Eine der beliebtesten und wertvollsten Kohlsorten ist der Grünkohl. In Luxemburg ist er jedoch weniger bekannt. Er ist im frühen Winter auf Wochenmärkten und gut sortierten Lebensmittelgeschäften erhältlich.

Traditionell wird der Grünkohl mit Schmalz und Zwiebeln geschmort und dazu Räucherwurst, Kasseler oder Bauchfleisch serviert. Und - frisch geerntet - enthält dieses Wintergemüse sehr viele Vitamine.

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Robustes Wintergemüse

Die Pflanzen selbst sind besonders robust und widerstandsfähig und bringen sichere Erträge. Die Bodenansprüche sind gering. Ein mittelschwerer, nährstoffreicher Lehmboden reicht dem Grünkohl für sein Wachstum völlig aus. Es empfiehlt sich das Beet einige Wochen vor seiner Aussaat mit Kompost zu durchziehen. Denn die Bodenvorbereitung und Nährstoffversorgung zum Start der Pflanzung hat einen großen Einfluss auf den Ertrag des Grünkohls.

Weiter Abstand bei der Pflanzung

Wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, also ab Mitte Mai bis Mitte Juni, kann mit der Aussaat begonnen werden. Die Samen werden etwa 2 cm tief in den Boden eingesät. Um eine ungehinderte Ausbreitung der Pflanzen zu fördern, ist stets ein Pflanzabstand von 50 cm einzuhalten. Während der Wachstumsphase ist es wichtig, regelmäßig zu düngen und zu gießen.

Eine Ausnahme unter den Kohlgewächsen

Den Grünkohl kann man ohne Bedenken auf ein vorjähriges Kohlbeet pflanzen, was bei anderen Kohlsorten normalerweise nicht möglich ist. Damit stellt er unter den Kohlgewächsen eine Ausnahme dar.

Wichtiger sind die Nachbarpflanzen. Weder Zwiebeln, Kartoffeln noch andere Kohlsorten sollten neben dem Grünkohl angebaut werden, da sie sich gegenseitig stören. Denn jede dieser Pflanzen möchte für sich die besten Licht-, Wasser- und Nährstoffverhältnisse in Anspruch nehmen. Das führt unweigerlich zu einem Konkurrenzkampf.

Etwa 3-5 Monate nach der Aussaat wird mit der Ernte begonnen, wobei nur die äußeren Blätter abgeerntet werden. Das Herz des Grünkohls und ein paar Blätter bleiben stehen. So kann die Pflanze im folgenden Frühjahr, wenn es wärmer ist, wieder austreiben.

Grünkohl braucht Frost

Bei sinkenden Temperaturen stellt sich das Wachstum der Pflanze ein, allerdings wird ihr dabei kein Schaden zugeführt. Im Übrigen gewinnt das Gemüse durch den Frost das für Kohl typische, zusätzliche Aroma, da sich durch die Kälte der Stoffwechsel verlangsamt. Der Zuckergehalt in den Kohlblättern steigt dadurch an. Damit der Grünkohl an Aroma gewinnt, sollte er also möglichst lange bei niedrigen Temperaturen in der Erde bleiben.

Andreas Löbke

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