Ein alter Obstbaum, dessen knorrige Äste über und über mit Rosen bedeckt sind - ein Gartenbild, von dem man annehmen könnte, dass es das so schon vor hunderten Jahren auf Landgütern gegeben hat. Aber weit gefehlt! Die Gruppe der Rosengewächse, die ohne unterstützende Elemente solche Höhen erreichen, ist noch nicht so alt. Sie werden Rambler-Rosen genannt und sind erst durch Kreuzungen Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden.

Der Name leitet sich ab vom englischen Wort „ramble", was auf Deutsch „umherschweifen" oder „wandern" bedeutet. Ein durchaus passender Begriff, denn die Rambler schlängeln sich, auf der Suche nach Sonnenlicht, nicht nur in die Kronen von Bäumen, sondern auch über Zäune oder ein Gartenhäuschen hinweg. Dabei bieten sie dem Betrachter mit ihrer Blütendichte und ihrem Farbspektrum einen faszinierenden Anblick. Anders als klassische Kletterrosen, die etwa zwei bis drei Meter groß werden, können die Rambler durchaus Höhen von fünf bis zehn Metern erreichen. Landschaftsgärtner setzen die wuchsfreudigen Schönheiten daher bei der Gartengestaltung und Begrünung von Pergolen, Rosenbögen oder auch Gebäuden immer häufiger ein. Im Gegensatz zu den klassischen Sorten müssen Rambler-Rosen nicht angebunden werden, da sie sich mit ihren langen, biegsamen Trieben selber Halt suchen.

Rambler Rosen

Rosige Zeiten

Die meisten Rambler-Sorten blühen nur einmal im Jahr und zeigen sich schon im Juni und Juli in einem dichten Kleid aus kleinen, wildrosenartigen Blüten. Die Blühphase hält über mehrere Wochen an und setzt bei einigen wenigen Sorten im Spätsommer ein zweites Mal ein - dann aber weniger intensiv. Eine Ausnahme ist die robuste Sorte ‘Malvern Hills‘, deren zartgelbe Knospen, die nach Moschus duften, den ganzen Sommer lang erscheinen.

Hinsichtlich der Farbenvielfalt stehen die Rambler-Rosen ihren Verwandten in nichts nach. Die Blüten der stark duftenden Sorte ‘Veilchenblau‘ sind purpurviolett und in der Mitte hell. ‘Bleu Magenta‘ präsentiert ein Meer aus dicht gefüllten Blütenköpfen, die Purpurrot aufblühen und sich voll erblüht in ein tiefes Blauviolett verfärben.

Oben sonnig, unten schattig

Da die Rambler eine Züchtung aus Wildrosen sind, haben sie an ihren Standort auch ähnliche Ansprüche. Während die Triebe gerne in Richtung der wärmenden Sonne wachsen, bevorzugen die Wurzeln einen eher schattigen Platz, wo sie vor Austrocknung geschützt sind. Landschaftsgärtner empfehlen für Rosen grundsätzlich möglichst luftige Standorte, damit die Blätter der Pflanzen nach einem Regenschauer schnell wieder trocken werden. Dies verhindert Krankheiten wie Mehltau. Damit sich die Rambler-Rosen gut und gesund entwickeln, benötigen sie einen nährstoffreichen, lockeren Humusboden.

Das Regenwasser sollte gut ablaufen können, denn Staunässe mögen die Kletterkünstler nicht. Rambler sind ideal für den naturnahen Garten, in dem sie sich selbst überlassen werden. Sie brauchen kaum Pflege und auch keinen regelmäßigen Rückschnitt. Ist die Pflanze jedoch einmal zu dicht geworden, können einzelne Triebe problemlos bis zum Ansatz entfernt werden.

Den richtigen Halt finden

Werden Rambler-Rosen neben einen alten Obstbaum gesetzt, sollte dies auf der Nordseite geschehen. Da sich die umherschweifenden Triebe in die Richtung des Lichts bewegen,wachsen sie so automatisch auf den Stamm zu. Die ideale Pflanzentfernung zum Baumstamm beträgt etwa 70 cm bis einen Meter.

Um die Wurzelballen beim Einwachsen vor den konkurrierenden Baumwurzeln etwas zu schützen, haben die Experten einen Trick. Sie lassen in das Pflanzloch ein entsprechend großes Kunststoffgefäß ein, bei dem die Unterseite zuvor abgetrennt wurde. So kann sicher gestellt werden, dass die Rosen, deren Wurzeln noch nicht in die Tiefe gewachsen sind, ihren Anteil vom Regen- und Gießwasser abbekommen.

Mit Hilfe eines Seils lassen sich die Triebe der Rambler nach der Pflanzung gut zu den unteren Kronenästen des Baumes leiten. Den Rest erledigt die Kletterpflanze dann von alleine.

Quelle: BGL

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