Nostalgie und Wirklichkeit…
Es ist so weit, die Kleingärten in Esch auf "Elsebréch" werden mit dieser Saison verschwinden.
Ich danke Jean-Marie Backes dessen Beitrag in dieser Ausgabe die
Atmosphäre in dieser traditionellen Kleingärtnersiedlung wiederspiegelt und die
Freude, die die Gärtner an ihrer Anlage hatten. Er berichtet über die vielen Menschen,
die ihre ganze Freizeit dafür aufgebracht haben, ihr Obst und Gemüse in ihrem eigenen
Stück Garten zu züchten.
Die Sektion CTF Esch hat sich bis zum Schluss gewehrt und ist enttäuscht, dass die
Gemeindeverantwortlichen keine Alternative gefunden haben in der sie, wenn auch mit
kleineren Parzellen, ihren Mitgliedern weiterhin ihr Hobby erlauben könnten. Es scheint so,
dass die Gemeinde sich nicht über den Mehrwert des Kleingärtnerwesens bewusst ist...
Dass Kleingärten eine eminent wichtige soziale Rolle zu spielen haben, dessen waren
sich Industrielle und Gemeinden in der Vergangenheit einig. So war es oft der Arbeitgeber
der seinen Angestellten Kleingartenanlagen zur Verfügung gestellt hat.
Man wusste, dass der Garten früher ein wichtiger Lieferant von Lebensmitteln war, ein
Areal, auf dem die Kinder sich fernab der Gassen austoben konnten und dabei lernten,
dass sich Graben und Jäten in leckere Gerichte umwandeln lassen. Man tauschte Erfahrungen
aus, hegte soziale Kontakte, kaufte gemeinsam Saatgut ein und teilte bei Bedarf
Arbeitsgerät. Männer, die im Garten arbeiteten, gaben ihr Geld nicht im Wirtshaus aus.
Auch heute noch herrscht diese gewisse Idylle in den Kleingartenanlagen unserer Sektionen.
Sind wir heute auch nicht mehr so sehr auf die Lebensmittel aus eigener Produktion
angewiesen da es sie relativ günstiger zu kaufen gibt als früher, so weiß der Kleingärtner,
dass das was er selbst nachhaltig produziert gesünder und schmackhafter ist. Die soziale
Komponente wird auch heute noch hochgehalten und wird erweitert durch erfolgreiche
Integration ausländischer Mitbürger.
Es handelt sich letztendlich um Umweltgerechtigkeit, die es gilt, zu schaffen! Gemeinden,
die Wert auf ein zur Verfügung stellen von Grünflächen legen, bieten damit ihren Einwohnern,
und besonders denen, die durch dichtere Besiedlung und hohe Grundstückpreise
nicht die Möglichkeit haben, einen eigenen Garten zu besitzen, einen Mehrwert,
der es zusätzlich erlaubt, positive Umweltwirkungen zu schaffen und sozialen Anforderungen
gerecht zu werden.
Wir drücken jedenfalls allen betroffenen Kleingärtnern unser Mitgefühl aus und hoffen,
dass es vielleicht doch noch eine Zukunft für Kleingärten oder Gemeinschaftsgärten in
Esch geben wird.
In diesem Heft findet der Leser auch die Einladung zu den Regionaldelegiertenversammlungen,
in denen wir unser Taschenbuch 2019 an die Delegierten verteilen werden.
Wir freuen uns, alle Sektionen wiederzusehen, es gibt viel zu diskutieren und zu planen.
Zur Abrundung des Programms bieten wir einen interessanten Vortrag aus dem Bereich
Gesundheit in Luxemburg: die Parkinsonkrankheit.

Martine Mergen 170 220px

Dr Martine Mergen
Présidente

         
 

 
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