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Gartenpraxis

  • Alternativen zum Pestizideinsatz

    Nützlinge im Garten beugen Schädlingen vor und schonen Umwelt und Geldbeutel. Chemische Spritzmittel gegen Schädlingsbefall sind umweltschädigend und belasten die menschliche Gesundheit.

    Für den gemeinen Hobbygärtner mag ein nächtliches Fressgelage im Garten zwar ab und an deprimierend sein, abgenagte Salate, angeknabberte Erdbeeren oder kahle Blumenbeete stellen aber in der Regel keinen Weltuntergang dar. Dabei sollte man stets bedenken, dass auch Schnecken, Milben oder Blattläuse eine Daseinsberechtigung haben und zur biologischen Artenvielfalt dazugehören.

    Will man jedoch nicht auf eine üppige Gemüseernte oder einen farbenfrohen Ziergarten verzichten, gibt es eine ökologische und preiswerte Alternative zur Giftkeule, die sogenannten Nützlinge, also Insekten und andere Tiere, die Schädlinge fressen. Und das schöne dabei ist, mit ein paar einfachen Tricks und einer guten Vorbereitung spart man Zeit und Geld und die Natur erledigt die Arbeit ganz von selbst.

    Zu den häufigsten Nützlingen zählen die Spinnentiere, wie die gemeinen Webspinnen mit ihren Fangnetzen oder Raubmilben, die vor allem andere Milbenarten oder auch Weiße Fliegen, Sumpffliegen oder Trauermücken fressen.

    Ohrwürmer, Lauf-, Raub- oder die casino online berühmten Marienkäfer sind eifrige Schild- und Blattlausvertilger, Schlupfwespen und Florfliegen helfen gegen Thrips, Zikaden oder Raupen! Mit Hilfe verschiedener Nematodenarten, also winzig kleiner Fadenwürmer kann man beispielsweise Ameisen, Dickmaulrüssler oder auch Schnecken bekämpfen


    Aber auch größere Tiere, wie Vögel, Fledermäuse, Igel, Frösche und Kröten zählen zu den geschätzten Nützlingen.

    Nicht vergessen sollte man auch die Bienen und andere Fluginsekten, die zur Bestäubung vieler Nutz- und Zierpflanzen beitragen. Nützlinge kann man ganz einfach im eigenen Garten fördern, indem man Nistmöglichkeiten einrichtet, geschützte Unterschlüpfe anlegt und geeignete Lebensräume schafft. Umgekehrte, mit Stroh gefüllte Blumentöpfe, Insektenhotels, Trockenmauern oder einfach eine „ungepflegte“ Ecke mit Zweigen, Laub und Wildkräutern bieten Nützlingen ideale Lebensbedingungen.

    Aber nicht nur Tiere können treue Helfer im Garten sein, sondern auch unter den Pflanzen gibt es Nützlinge. Vor allem im Nutzgarten ist eine sogenannte Mischkultur mit unterschiedlichen Pflanzen sinnvoll. So hilft Knoblauch beispielsweise gegen Wühlmäuse, Tagetes als Lockpflanze gegen Schnecken, Lavendel gegen Ameisen und Kapuzinerkresse gegen Blattläuse. Bestimmte Nutzpflanzen können sich auch gegenseitig im Wachstum unterstützen und sind dadurch weit weniger anfällig gegenüber Schädlingen wie Monokulturen. Allerdings sollte man sich im Vorfeld über günstige und unvorteilhafte Anbau-Kombinationen informieren.



    Verzichten Sie auf Pestizide und geben Sie den vielen Nützlingen eine Chance, Ihr Garten wird es Ihnen danken!


    Nils Leches
    EBL

  • Das Kleingewächshaus

    Mein Gewächshaus ist nicht groß, doch groß genug, um ganzjährig seinen Beitrag zu leisten bei der Versorgung mit Gemüse.

    Mein Baum – mein Strauch – mein Haus, nämlich das Kleingewächshaus. Das habe ich schon lange, ziemlich seitdem Kleingewächs häuser allmählich anfingen um Gartenerlebnisse noch intensiver zu machen. Inzwischen ist es in die Jahre gekommen, aber immer noch fit, was so selbstverständlich nicht ist, bei den heutigen Halbwertzeiten für Verschleißteile.

    Das Haus ist 3 m lang und 2,50 m breit, wirklich nicht besonders groß, aber doch so, dass man gut darin stehen und sich bewegen kann mit einem Weg in der Mitte gleichlaufend mit dem First, mit festem, betoniertem Fundament und kleinem Sockel, Aluminiumstreben und gedeckt mit Doppelstegplatten, daher insgesamt stabil und dauerhaft, was sich außerordentlich bewährte. Die Tür ist breit genug zum bequemen Eintritt, auch wenn man mal was in der Hand hat. Vier Fenster sorgen für ausreichend Lüftung, je eines in jeder der seitlichen Stehwände, je eines in den Dachschrägen, so dass der Luftaustausch gut funktioniert.

    Bei den Doppelstegplatten soll man nicht sparen und gute Qualität wählen, die Jahrzehnte hält, ehe die ersten Sprünge auftreten. Der größte Vorteil von Doppelstegplatten: sie sind bruchsicher, sparen bei der Erwärmung des Hauses Energie, und weil sie die Sonnenstrahlen brechen, braucht man selbst in den heißesten Sommermonaten nicht zu schattieren. Das vereinfacht den Umgang mit dem Haus erheblich. Die Fenster verfügen über automische Lüftung in Form von Fensterhebern, ebenfalls unbedingt empfehlenswert.

    Lange Wege zum Gewächshaus soll man sich möglichst ersparen. Darum steht es in Hausnähe benachbart zum Wasserhahn. Zur Inneneinrichtung gehören mobile Tische mit einer Fläche in Arbeitshöhe und einer zweiten unterhalb, so dass reichlich Stellplatz ist. Außerdem gibt es "Hängen" über den Tischen, auf denen sich ebenfalls allerlei unterbringen lässt. Braucht man sie nicht, sind sie schnell abmontiert, wie auch die Tische wahlweise Platz finden.

    Die Erwärmung eines Kleingewächshauses ist ein Problem, denn was früher möglich war, wird inzwischen viel zu teuer. So ist mein Haus ein durchgängig kaltes Haus, was selbstverständlich die Nutzung prägt und auf Gemüseanbau hinausläuft. Im Spätherbst bis über den Winter und ins Frühjahr sind Blattgemüse Favoriten: Feldsalat, Kresse, Schnittsalat. Dann wachsen Kohlrabi, Salat, Basilikum, als Hauptkultur Tomaten. Ihnen folgen im Oktober wieder Salate.


    Ilse Jaehner

  • Der Gartenfrust

    Dieses kleine Teufelchen erscheint hin und wieder, nimmt einem jede Freude am Gärtnern und vor lauter Unzufriedenheit beginnt man in Gartenzeitschriften und im Internet zu stöbern.

    Schaut sich auf den Seiten der Staudengärtnereien um und wagt auch mal einen Blick ins Ausland. Typischerweise kommt man dann nicht wirklich an England vorbei. Es scheint hier besonders viele tolle Gärten zu geben und irgendwie kommt einem vor, dass den Engländern, Schotten und Iren der grüne Daumen mit in die Wiege gelegt worden ist.

    Die Gartenbilder der berühmten „English border“ (Blumenbeete) vor einer Hecke oder Mauer eingefasst von saftig grünem englischen Rasen, lassen die Gartenfreunde ins Träumen geraten und genau „so was“ wollen sie anschließend in ihrem Garten haben. Der Plan für das kommende Gartenjahr nimmt demnach langsam interessante Formen an.

    Die Freude dieser Kopie des „double border“ im eigenen Garten währt aber nicht immer so lange wie gewünscht, der englische Rasen sieht wenig vornehm aus und die Blumen im Beet welken munter vor sich hin. Wieso klappt das bei uns nicht immer? Tja, das Geheimrezept der englischen Gärtner ist das Klima! Während bei uns eine Vielzahl an Pflanzen nicht winterfest ist, brauchen sich die Gärtner in England wenig Sorgen zu machen, viele Pflanzen überstehen die milden Winter einfach besser als wie bei uns. Damit ist dann auch das Geheimnis der oftmals exotischen Pflanzen wie zum Beispiel der Palmen in den Englischen Gärten geklärt.

    Wir haben hin und wieder das Gefühl, dass es bei uns einfach nicht mit regnen aufhört, doch in England ist der jährliche Niederschlag noch höher was dazu führt, dass es beispielsweise Farne in der prallen Sonne neben Palmen aushalten wie auf der Abbildung sichtlich.

    Auch für den berühmten englischen Rasen ist der Regen essentiell, fällt der aus, muss beregnet werden. Dies wiederum führt in unseren Breitengraden zu einem Problem, denn auch mit dem Wasser sollte nachhaltig umgegangen werden. Außerdem, wer hat denn schon die Muße, fast jede Woche zu mähen? Denn dies verlangt der Englische Rasen damit er dicht und kompakt bleibt.

    Zum Schluss bleibt noch festzuhalten, dass es nicht unmöglich ist, in unseren Breitengraden schöne Blumenbeete anzulegen die es locker mit den englischen Vorbildern aufnehmen können. Hierzu braucht man jedoch etwas Geschick und Pflanzenkenntnis und man muss die klimatischen Bedingungen akzeptieren und die Pflanzenwahl daran anpassen.

    Beachtet man dies, erspart man sich sehr viel Mühe und wird trotzdem durch schöne Blumenbeete belohnt.

     

    Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

    Nadine Weirich

  • Einfach nur “Blatt”

    Hin und wieder, wenn die Augen erschöpft sind vom Beobachten und Entdecken der bunten Gartenbeete, wünschen Sie sich etwas Ruhe und Entspannung. Der Blick verweilt dann gerne auf ruhigeren Gartenszenen mit dezenteren Farben.

    Vor allem in schattigeren Gartenbereichen lassen sich zahlreiche Stauden finden, die vielmehr durch ihr Blattwerk verzücken als durch die Blüte. Mit den Gestaltmitteln der Blattform, Blattfarbe und Blattgröße können schlichte, aber doch exotisch anmutende Gartenräume geschaffen werden. Sehr einfach und schlicht in der Blattform sind die Funkien, auch Hosta genannt. Ein Hinweis auf die Beliebtheit der Funkien zeigt schon die Unmenge an Züchtungen, welche die Gärtner hervorgebracht haben.

    Es gibt sehr kleine Hostas (‘Blue Mouse Ears‘), aber auch sehr große (‘Blue Angel‘). Manche haben eher bläuliche Blätter, andere wiederum grüne oder gelbe (‘Cracker Crumbs‘). Doch nicht nur Größe oder die Blattfarbe sind sehr unterschiedlich je nach Hosta-Sorte, sondern auch die Blattränder variieren von hell bis dunkel.

    Wie schon der kleine Exkurs in die Welt der Funkien gezeigt hat, ist ein Blatt nicht einfach nur ein Blatt, sondern die Farbe macht's. Dunklere Schattenpartien unter Bäumen lassen sich beispielsweise durch hellere Blätter aufhellen. Panaschierte Blätter findet man beim Lungenkraut (Pulomaria ‘Reginald Kaye‘) oder beim Kaukasus- Vergissmeinnicht (Brunnera macrophyla ‘Jack Frost‘).

    Soll es etwas mehr Farbe sein, können unterschiedliche Purpurglöckchen (Heuchera) verwendet werden. Ist die Abwechslung im schattigen Blätterbeet noch nicht groß genug, so kann man noch auf Pflanzen zurückgreifen die extravagante Blattformen besitzen. In dieser Kategorie darf das „Schaublatt“ nicht unerwähnt bleiben. Hierbei handelt es sich um eine Pflanze mit kastanienähnlichen Blättern, die ca. 80-100 cm hoch werden können. Ebenso verhält es sich mit dem Tafelblatt (Astilboides tabularis) mit ihren runden Blättern, die etwa 100 cm hoch werden.

    Etwas weniger exotisch, trotzdem eher selten im Garten sind Farne zu finden, obwohl auch die Farnwedel (z. B: Straußenfarn Matteuccia struthiopteris) sehr ansprechend aussehen und dem Garten einen geheimnisvollen Touch verleihen können. Einfach „nur“ Blatt, klingt doch zuerst mal recht langweilig. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind jedoch aufgrund des riesigen Pflanzen Sortiments schier unendlich groß, so, dass ganz besondere Gartenräume er schaffen werden können und das sogar im Schatten Bereich des Gartens, der sonst doch eher als Problemzone angesehen wird.

    Nadine Weirich

    Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

  • Erntezeitpunkt bei Gemüse Tipps von Ihrem „Eist Uebst“ -Gärtner:

    Die Ernte unserer Salate ist nun im vollen Gange. Alle 14 Tage pflanzen wir einen neuen „Satz“ Salate, damit wir kontinuierlich ernten können. Die Ernte selbst bildet dann den Abschluss der meist vierwöchigen Kulturzeit. Und wer hätte das gedacht – auch bei der Ernte gibt es Einiges zu beachten!

    Auf die richtige Tageszeit kommt es an. Denn schon so nehmen Sie Einfluss auf die weitere Qualität Ihrer Ernte. Für uns gilt deshalb: Morgens ernten; am besten mit Sonnenaufgang! Dann verdunstet das Gemüse noch kein Wasser. Denn mit dem Verdunsten des Wassers nimmt auch der Druck des Zellsaftes der Pflanzenzellen ab. Die Folge: Das Gemüse wird weich und schlechter haltbar.

    Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst-Us Uebscht“-Gartner:

    Für den Direktverzehr ist es nicht so tragisch, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt ernten. Gemüsesorten wie Radieschen und Rettich können auch ohne Weiteres abends geerntet werden. Die Tageszeit nimmt keinen Einfluss auf Ihre Qualität.

    Bei Blattgemüse hingegen, macht sich die Sonneneinstrahlung des Tages jedoch sehr stark bemerkbar.

    Achtung bei Spinat: Spinat hat einen hohen Gehalt an Nitrat. Nitrat wiederum wird im menschlichen Körper zu Nitrit umgewandelt – und Nitrit gilt als ungesund für den Menschen. Pflanzen benötigen Nitrat als Nährstoff zur Eiweißbildung. Die Eiweißbildung wiederum findet nur unter Sonnenlicht statt. Somit ist der Nitratgehalt beim Spinat morgens, und im Winter allgemein, am höchsten – und abends nach einem sonnigen Tag am geringsten.

    Wenn Sie sicher gehen wollen, dass ein Großteil des Nitrats in Eiweiß umgewandelt ist, ernten Sie den Spinat besser abends.

    Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst-Us Uebscht“-Gartner:

    Um grundsätzlich auf den Nitratgehalt von Ihrem Spinat Einfluss zu nehmen, empfehlen wir nicht zusätzlich zu düngen, bzw. nur nach genauer Bodenanalyse. Auch sollten Sie die Düngung rechtzeitig beenden. Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch Ihren Pflanzen.

    Die „Eist Uebst-Us Uebscht“-Gärtner wünschen Ihnen viel Freude und Erfolg beim Einholen Ihrer ersten Ernte des Jahres!

    Andreas Löbke

  • Ganz in weiß…

    Diese Farbwahl wird vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten gemacht, denn zu diesen Jahreszeiten finden gehäuft Hochzeiten statt und dann sind vor allem weiße Schnittblumen für den Brautstrauß, die Kirchendekoration oder für die Tische gefragt.




















    Weiß steht für Reinheit, Unschuld und Frieden. Vor allem die weiße Fahne gilt als Zeichen für Kapitulation bzw. sofortige Waffenruhe, wobei diese Bedeutung hoffentlich nicht für die Hochzeitsgesellschaft in Betracht gezogen wird.Bevor für Hochzeiten weiß zum Zeichen der Reinheit und Unschuld erkoren wurde, musste diese Farbe zur Abwehr von bösen Geistern herhalten. In unserem Kulturkreis ist weiß bei sehr vielen gesellschaftlichen und religiösen Festen wie zum Beispiel der Taufe, der Kommunion oder der bereits erwähnten Hochzeit kaum weg zu denken. Die Farbe wird bei uns niemals negativ bewertet im Gegensatz zu China, wo ihr eher unsere Bedeutung von schwarz zugeschrieben wird. Selbst in der Werbung bedient man sich dieser Farbe, denn weiße Wäsche bevorzugt man wenn sie „strahlendweiß“ ist. Alle hellen und vor allem die weißen Blüten strahlen auch ohne Waschmittel, indem sie vor allem schattige, dunklere Gartenplätze aufhellen.

    Weiße Blumen werden in Blumensträußen oder auch im Garten sehr gerne verwendet, um Farben die etwas schwierig zu kombinieren sind zu vereinen, da weiß im Zusammenspiel mit anderen Farben oft zurücktritt und neutral wirkt. Kombiniert man weiß nicht mit anderen Farben, sondern entscheidet sich für ein weißes Beet oder gar einen weißen Garten, so steht einem eine Vielzahl an Pflanzen zur Auswahl. Angefangen mit den Schneeglöckchen, Krokussen, Tulpen oder Narzissen fängt das Jahr in weiß an. Weiße Iris, Pfingstrosen, Salbei, Nelken, Phlox, Anemonen, Steppenkerzen, Rittersport und Eisenhut – Herz, was begehrst du mehr?

    Reicht diese Auflistung noch nicht aus, dann kann man auch auf panaschierte Blätter zurückgreifen wie jene von Funkien, Lungenkraut oder Seggen. Vielleicht gefallen auch silbrig-weiße Blätter wie jene vom Sonnenröschen, der Elfenbeindistel oder der Katzenminze. Immer wieder gerne als zusätzlichen Blickfang im weißen Garten oder neben einem weißen Beet kommt ein weiteres weißes Element zum Einsatz wie beispielsweise eine Bank, weiße Fensterläden am Haus oder weiße Übertöpfe. Mit der Liebe zum Detail lässt sich so manches trostlose Plätzchen in ein wahres Kunstwerk verwandeln.

    Strahlendweiß, reinweiß oder blütenweiß; Weiß ist nicht immer gleich weiß oder einfältig sondern eher vielfältig vor allem wenn man die Anzahl der weißblühenden Stauden in Betracht zieht. Ein berühmtes Beispiel ist der weiße Garten in der Gartenanlage vom Sissinghurst Castle (England), der schon zahlreichen Gartenliebhabern als Quelle der Inspiration für den eigenen Garten gedient hat.

    Nadine Weirich

    Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

  • Gartenpraxis

  • Gründe und Ziele des traditionellen Samenbaus I

    Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, wo das Saatgut herkommt, aus dem ihre Nahrungspflanzen erwachsen.

    Sie stehen dabei mittlerweile nicht mehr nur den genetisch manipulierte Pflanzen (GMP) kritisch gegenuber, sondern auch den modernen Zuchtungstechniken der industriellen Hybridsorten. Somit ist die Frage nach der Saatgutqualitat gestellt.

    Was ist Saatgutqualität?

    Eine gute Saatgutqualitat kann nach verschiedenen Gesichtspunkten beurteilt werden:
    − Physiologische Eigenschaften (hohe Keimrate, gute Keimkraft, keine Krankheitskeime)
    − Reinheit (keine Sortenverkreuzungen, keine Vermischungen mit anderem Saatgut)
    − Technische Eigenschaften (Saatgutaufbereitung: z. B. Kalibrierung, Pillierung, Beizung)
    − Spezifische Sorteneigenschaften (Ertrag, Vitalitat, spezifische Eignung fur Anbaumethoden, Weiterverarbeitung und Verwendung usw.)
    − Qualitat als Nahrungsmittel (hoher Gehalt an gesundheitsfordernden Inhaltsstoffen)
    − Zuchterischer Wert (z. B: Nachbaufahigkeit und Grundlage fur Neuzuchtungen)

    Auch wenn hier nicht im Detail auf diese Kriterien eingegangen werden soll, kann man sich anhand der Liste leicht vorstellen, dass Saatgut von schlechter Qualitat sehr schnell vom Markt verschwindet (oder eben gar nicht erst zugelassen wird).

    Allerdings gibt es heutzutage durchaus verschiedene Vorstellungen, wo die Akzente zu setzen sind, was eine gute Saatgutqualitat angeht.

    Naturlich muss Saatgut nicht nur gut keimen, sondern sollte auch sortenrein und frei von Krankheitskeimen sein. Dazu sollte es in der Kultur noch gewissen Anforderungen an Ertrag und Vitalkraft der Pflanzen entsprechen. Aus diesen grundlegenden Qualitatskriterien haben sich seinerzeit sowohl der Beruf des professionellen Samenbauers als auch die ersten gesetzlichen Regelungen zum Saatgut entwickelt.

    Im Zuge von immer weiter uber Stadtund Landesgrenzen hinaus gehenden Wirtschaftsbeziehungen brauchte es genormte Qualitatskriterien, nach denen die Ware Saatgut gehandelt werden konnte.

    Aber genau diese leicht nachvollziehbaren, den Marktgesetzen entsprechenden Qualitatskriterien haben im Laufe der Zeit zu einer zunehmenden Professionalisierung und Industrialisierung des Saatgutsektors als eigener Wirtschaftszweig gefuhrt, wodurch es dann auch zu den heute mit Sorge und Kritik bedachten Umstanden gekommen ist: kunstliche genetische Manipulierungen und Patentierungen von Saatgut auf der einen Seite und Verlust an Nutzpflanzenvielfalt durch Verschwinden von naturlichen traditionellen Sorten auf der anderen Seite.

    Was die Frage nach der Saatgutqualitat angeht, konnen nun aber gerade die traditionellen, oftmals regional spezifischen Sorten gro.e Vorteile gegenuber den industriellen Standardsorten aufweisen.

    Hierbei stehen von den oben genannten Qualitatskriterien bestimmte Sorteneigenschaften, die Qualitat als Nahrungsmittel und der zuchterische Wert im Vordergrund. Welche Bedeutung diese Punkte im Einzelnen haben, soll in den folgenden Artikeln der Reihe erklart werden.

    Dabei soll es keineswegs um eine blo.e Kritik der modernen industriellen Saatgutproduktion gehen, sondern vielmehr um die Vorstellung von Argumenten fur eine aktive Fortsetzung und Forderung der naturlichen und handwerklichen Zuchtungsmethoden gema. der Vorstellung, dass es zur Erhaltung der traditionellen Nutzpflanzensorten nicht reicht ihr Saatgut in den Kuhlschranken der Samenbanken zu lagern.

    Gründungsmitglied von SEED asbl

  • Gründe und Ziele des traditionellen Samenbaus II

    Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, wo das Saatgut herkommt, aus dem ihre Nahrungspflanzen erwachsen.

    Saatgutqualität und Sortenkategorien

    Die Frage nach der Saatgutqualität ist eng verbunden mit dem Sortenaspekt. Die zur Zeit auf dem Markt erhältlichen Gemüsesorten können je nach Blickwinkel in die verschiedensten Kategorien eingeteilt werden.

    So gibt es alte und neue, traditionelle und moderne, regionale und universelle, samenfeste und aufspaltende, Populations-, Linienund Hybridsorten, Land- und Zuchtsorten, Sorten für Hobby-Gärtner und professionelle Gemüsebauern, sowie Liebhaber- und Hochleistungssorten. Der Einfachheit halber soll sich hier nur auf zwei tendenziell gegensätzliche Hauptkategorien konzentriert werden.

    Traditionelle, samenfeste Populationssorten

    Traditionelle Sorten sind durch natürliche, handwerkliche Züchtungsmethoden im Laufe der Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende entstanden, überliefert und weiterentwickelt worden. Oft haben solche Sorten einen regionalen Bezug; das heißt, sie sind für ganz spezifische Klimabedingungen oder Bodenarten geeignet und würden somit nicht überall auf der Welt gleich gedeihen.

    Von ihrer äußeren Qualität her weisen solche Sorten oft eine gewisse Heterogenität auf. Das heißt, dass sich die einzelnen Pflanzen einer Sorte nicht bis ins Detail gleichen, sondern gewisse individuelle Unterschiede aufweisen können. Solche leicht heterogenen Sorten nennt man Populationssorten.

    Wenn man von Populationssorten dann wiederum Saatgut zieht, geben sie ihre genetischen Informationen sortentreu weiter. Die Kinder ähneln also den Eltern auf wieder erkennbare Weise; man nennt diese Sorten daher „samenfest“.

    Moderne, aufspaltende Hybridsorten

    Auch wenn es F1-Hybridsorten nun schon seit bald hundert Jahren gibt, kann man sie im Verhältnis zur mindestens 10.000 Jahre alten Landwirtschaft getrost noch als „modern“ bezeichnen.

    Indem zwei durch Inzucht reinerbige Sorten miteinander gekreuzt werden, kommt es zum so genannten Heterosis-Effekt, durch den die Pflanzen der Folgegeneration (erste Filialgeneration oder kurz F1) untereinander eine erstaunliche Homogenität aufweisen.

    Erntet man dann aber von F1-Hybriden wiederum Samen, so spalten die genetischen Informationen derart auf, dass die Pflanzen der nächsten Generation (F2) so unterschiedlich ausfallen, dass man nicht mehr von einer Sorte sprechen kann. Ein Nachbau von F1-Hybriden über Samen ist zwar möglich aber wegen der genetischen Aufspaltung nicht interessant.

    Jede Anbauform hat ihre spezifischen Sorten

    Der großflächige, stark mechanisierte Gemüsebau, sei er nun „konventionell“ oder „biologisch“, vermarktet seine Produkte oft auf dem Wege des nationalen oder internationalen Großhandels. Es besteht daher ein großes Interesse an gleichförmigen Produkten, die sich gut in Standardverpackungen der Nahrungsindustrie vermarkten lassen.

    eine Kiste Blumenkohl vom Erzeuger über Groß- und Einzelhandel bis zum Endverbraucher zu bekommen, wenn diese lückenlos mit 6 gleichgroßen Köpfen gefüllt ist, als wenn jeder Blumenkohl seine individuelle Form und Größe hätte. Für solche Marktansprüche eignen sich nun mal die F1-Hybriden recht gut, da sie zeitgleich sehr homogene Produkte liefern.

    In einem Haus- oder Familiengarten wird man aber vielleicht weniger Wert darauf legen, dass die Gemüse eines Satzes alle gleich groß sind und zum selben Zeitpunkt geerntet werden müssen. Traditionelle Sorten, die Gemüse mit einer gestaffelten Erntezeit und verschiedenen Einzelgrößen liefern, kann man immer frisch und nach Bedarf ernten und muss so nicht gleich ein ganzes Beet mit einem Mal räumen, um dann die Tiefkühltruhe mit dem Erntegut zu füllen.

    Ein weiterer Aspekt der Sortenwahl liegt in der Frage, wie viel „Input“ an von außen zugeführten Betriebsmitteln man aufwenden will oder kann.

    Während im industriellen Anbau synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie eine weitgehend automatisierte zusätzliche Bewässerung den so genannten Hochleistungssorten zu guten Ernteergebnissen verhelfen, sind im extensiven naturnahen Anbau eher Sorten gefragt, die dank eines guten Wurzelsystems mit wenig Dünger und Wasser auskommen und dank einer allgemeinen guten Vitalkraft auch ohne Pflanzenschutzmittel gesund bleiben können.

    Frank Adams, SEED asbl

  • Gründe und Ziele des traditionellen Samenbaus III

    Die vom offiziellen Saatgutmarkt verschwundene Weißkohlsorte „Marner Allfrüh“ bildet schon Anfang Juli Köpfe mit einem außergewöhnlich angenehmen Geschmack.

    Man kann sich der Frage nach den Vor- und Nachteilen einer industrialisierten, marktwirtschaftlichen Landwirtschaft und Nahrungsproduktion von verschiedenen Standpunkten her nähern. Es gibt dabei diverse Aspekte in den Bereichen Ökonomie, Ökologie, Naturschutz, Gesundheit und Ethik, die durchaus für kontroverse Diskussionen sorgen.

    An dieser Stelle soll sich aber auf den privaten Gärtner konzentriert werden, der im Geschäft vor den vielen bunten Samentüten steht und sich überlegt, ob er in seinem Garten nicht auch einmal eigenes Saatgut ziehen könnte.

    Für den eigenen Samenbau können nur traditionelle samenfeste Sorten genommen werden, da nur sie sich sortentreu auf natürliche und handwerkliche Weise über Saatgut vermehren lassen. In diesem Sinne sind die industriellen Hybridsorten demgegenüber „Einwegsorten“, deren Saatgut jedes Jahr neu vom Züchter gekauft werden muss.

    Wie kann man erkennen, zu welcher Kategorie eine Sorte gehört?

    Bei den Hybridsorten steht im Katalog oder auf der Samentüte ein „F1“ hinter dem Sortennamen. Bei den traditionellen Sorten findet man oft Bezüge zur Ursprungsregion (‘Nantaise’, ‘Neckarkönigin’, ‘Teltower Rübchen’ u.v.a.) oder Hinweise auf die Sorteneigenschaften wie Form, Farbe, Geschmack, Anbauperiode, Lagerfähigkeit usw. (‘Blaugrüner Winter’, ‘Rote Kugel’, ‘Zuckertraube’, ‘Wunder der vier Jahreszeiten’, ‘Marner Lagerweiß’ u.v.a.). Sorten mit Fantasienamen sind oft neuere Züchtungen, aber nicht unbedingt Hybriden (wenn nämlich die Bezeichnung ‘F1’ fehlt).

    Welche Vorteile bieten samenfeste Sorten?

    Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung einiger Vorteile der samenfesten Sorten:
    • Nachbaufähigkeit: Neues, sortentreues Saatgut kann Jahr für Jahr auf natürliche, handwerkliche Weise gezogen werden.
    • Variationsbreite: Durch eine gewisse genetische Heterogenität (Variabilität) der samenfesten Sorten gibt es Pflanzen mit (leicht) unterschiedlichen Größen und Erntezeitpunkten.
    • Anpassungsfähigkeit: Bei regelmäßig wiederholtem Samenbau einer Sorte kann diese sich weiterentwickeln und sich stets neu an sich verändernde Umweltbedingungen (Klima, Boden, Krankheiten, Schädlinge u.a.) anpassen („evolutive Züchtung“).
    • Unbedenklichkeit: Im natürlichen Samenbau kommt keine Gentechnik (wie zum Beispiel bei den CMS-Hybriden) zum Einsatz, die die Natur- und Menschengesundheit beeinträchtigen könnten.
    • Nahrungsqualität: Gemäß verschiedener Studien weisen regionale traditionelle Sorten tendenziell mehr wertvolle Inhaltsstoffe und ein volleres Aroma als Industriesorten auf (allerdings nicht nur sortenbedingt, sondern auch abhängig von der Kulturführung).

    Der Privatgärtner als Erhalter der Nutzpflanzenvielfalt

    Auch wenn privater Samenbau durchaus gewisse wirtschaftliche Aspekte hat (Kostenersparnis, Unabhängigkeit etc.), geht es doch – neben der Freude an der Sache – als übergeordnetes Ziel um die Erhaltung von traditionellen, regional angepassten, samenfesten Sorten. Da sie im Bereich des professionellen Samenbaus keinen großen kommerziellen Wert mehr haben, verschwinden sie zusehends vom Markt und machen so mehr und mehr den modernen Industriesorten Platz.

    Auf natürliche Weise vermehrbare Sorten werden aber auch in Zukunft wichtig sein für nachhaltige landwirtschaftliche Systeme. Eine wiederholte Kultur und eine regelmäßige Samenernte von diesen Sorten ist dabei ungleich wertvoller als eine bloße Aufbewahrung von Saatgutproben in Gefriertruhen von Genbanken. Durch privaten Samenbau können lebendige Saatgutsammlungen aufgebaut werden, in denen traditionelle Sorten nicht nur erhalten, sondern auch immer wieder neu an sich verändernde Kulturbedingungen angepasst werden können.

    Frank Adams, SEED asbl

  • Kampf der Giganten

    Jetzt wird manch einer die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und „Oh mein Gott“ denken. Aber vorweg mal zur Beruhigung, es geht nicht um Riesenmammutbäume, für die jeder durchschnittliche luxemburgische Garten viel zu klein ist und den man doch lieber in den Parkanlagen bewundern sollte.

    Die Riesen an die ich jetzt denke, sind im krautigen Bereich der Planzenwelt anzusiedeln und sind Stauden, die unter anderem durch ihre Höhe bestechen. Die weidenblättrige Sonnenblume ‘Helianthus salicifolius’ beispielsweise ist eine solche Staude, sie wird bis zu 2,50 m hoch und ihre Stängel erinnern an Federboas. Sie blüht recht spät im Herbst, wenn sie es überhaupt schafft, zur Blüte zu kommen. Will man sie nur als Blattschmuck halten, so kann man sie auf der gewünschten Höhe abschneiden und schon hat man einen attraktiven Sichtschutz über den Sommer hinweg.

    Eine andere Sonnenblume die eine stolze Höhe erreicht ist die Riesen-Sonnenblume ‘Helianthus giganteus’. Sie ragt mit einer Höhe von 3 m in den Himmel hinein. Da diese Planzen sehr viel Energie in ihr Wachstum steckt, blüht sie erst im Herbst. Die Sonnenblumen brauchen trockene und nährstoffreiche Böden, denn irgendwo müssen sie ihre Energie hernehmen. Nicht zu verwechseln sind diese Staudensonnenblumen mit ihren einjährigen Verwandten, die nur einen Sommer lang Freude bereiten.

    Sind es bei der weidenblättrigen Sonnenblume die Blätter die sehr hoch werden, so ist es bei der Steppenkerze ‘Eremurus’ die Blüte, welche die Blätter überragt und je nach Sorte bis zu 2,5 m erreichen kann. Steppenkerzen sind etwas frostempindlich und der Austrieb sowie die Blätter sollten vor der Kälte geschützt werden, sie blühen während den Sommermonaten Juni bis Juli. Fast schon als Zwerge erscheinen dagegen der Riesen-Sonnenhut ‘Rudbeckia maxima’ und der Fallschirmsonnenhut ‘Rudbeckia nitida’, die eine Höhe bis zu 2 m erreichen können und ebenfalls sonnige, trockene Standorte bevorzugen.

    Ist von Riesen im Garten die Rede, so sollte man nicht nur jene Planzen betrachten die in die Höhe schießen. Das Mammutblatt besticht zum Beispiel durch die großen rundlichen Blätter und bevorzugt feuchte Standorte. Diese Planze ist eher empindlich und bedarf sehr viel Plege und auch eines guten Winterschutzes. Nichtdestotrotz gehört sie in die Reihe der Riesen-Stauden, da ihre exotischen Blätter einen Durchmesser von über 2 m erreichen können.


    Es ist festzustellen, dass alles Große recht viel Platz in Anspruch nimmt. So verhält es sich mit großen Bäumen und auch mit den Riesenstauden im privaten Garten. Aus diesem Grund ist Vorsicht bei der Standortwahl geboten, denn schade wäre es wenn man zur Säge oder zum Spaten greifen müsste, um den Ausbreitungsdrang der Riesen entgegenzuwirken. Die Giganten brauchen eben etwas mehr Platz als die durchschnittlichen Blumen.

    Trotzdem können auch größere Stauden durchaus interessant sein, vor allem wenn man einen temporären Sichtschutz benötigt.


    Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

    Nadine Weirich

  • Kartoffeln ... Welche Sorte soll ich anbauen?

    Auswahl nach Reifetyp:

    Auswahl nach Kochtyp:

    Je nach Anbauweise kann der Kochtyp stark beeinflußt werden: Erhöhte N-Düngung (hohe organische Gaben), warme Sommer, Bestandsdichte, Kalibergröße, Wachstumsstörungen, Krankheitsbefall können einen mehligeren Kochtyp bewirken.

    Die Einstufungen der einzelnen Kartoffelsorten resultieren aus den Beobachtungen der Nationalen Kartoffelsortenversuche und sind ein Hinweis auf den vorwiegend festgestellten Kochtyp.

    Tipp:
    Am besten 2-3 Sorten von verschiedenem Reifetyp/Kochtyp anbauen unter Berücksichtigung der Anfälligkeit gegenüber Krankheiten
    Wichtig:
    Nur zertifiziertes Pflanzgut verwenden (Foto Etikette)

    Marcy-Nilles Simone
    Prof-Ing Agronome

     

  • Lichtblicke: Rezept gegen den Winterblues

    Ohne Baumstämme geht gar nichts. Sie machen es erst möglich, dass die Krone eines Baumes mit dem lebensnotwendigen Wasser versorgt wird und dass die Blätter dem Licht möglichst gut ausgesetzt sind, damit sie Photosynthese betreiben können. 

    Doch so wichtig ein kräftiger und gut gewachsener Baumstamm auch ist, es sind meistens die Baumkronen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im Winter allerdings verschieben sich die Machtverhältnisse im Garten, denn dann ist zumindest bei den sommergrünen Laubgehölzen nur noch das Geäst der Baumkronen zu sehen. Jetzt wird ihre innere Struktur deutlich und auch die Baumstämme finden mehr Beachtung.

    Wer seinen Garten neu plant oder im Herbst um einige Gehölze erweitert, sollte deshalb daran denken, dass die Rinde im Winter besonders stark ins Auge fällt und zum Reiz eines winterlichen Gartens beiträgt. Wer jetzt darauf achtet, wird in Parks und Gärten sicherlich manchen Baum sehen, der mit seiner Rinde auffällt.

    Auch die Gehölzexperten im Fachhandel können bei der Auswahl beraten und Bäume für einen Garten empfehlen, die sogar im Winter einiges zu bieten haben. Manchmal ist die außergewöhnliche Färbung der Rinde erst bei älteren Bäumen deutlich.

    Besonders in der großen Gruppe der Birken finden sich Arten und Sorten mit markanter heller Rinde.

    Die der heimischen Weiß- oder Sand-Birke (Betula pendula) ist auffallend hell, die Gold- oder Ermans-Birke (Betula ermanii) hat eine rosafarbene bis cremeweiße Rinde, die Papier-Birke (Betula papyrifera) hat als junger Baum rotbraune Triebe, die später strahlend weiß sind und die Weißrindige Himalaja-Birke (Betula utilis ‘Doorenbos‘) besitzt eine helle Rinde, die sich in dünnen Streifen vom Stamm abrollt. Die helle Farbe macht diese Birken zu wahren Lichtblicken im Nebelmonat November und auch später an tristen Wintertagen.

    So gibt es durchaus Gehölze, die dazu beitragen, dass der Garten auch im Winter noch interessante Impressionen bietet.

     

    Pdm

  • Mischkultur – naturnaher Gemüsegarten!

    Rubrik: Tipps von Ihrem „Eist Uebst-Us Uebscht“-Gärtner

    Mischkultur – naturnaher Gemüsegarten!

    Der Frühling ist die Zeit, das eigene Gemüsebeet anzulegen. Die Planung und Sortenwahl ist bei uns „Eist Uebst“-Gärtner schon im Winter erfolgt. Nur so ist gewährleistet, dass wir das entsprechende Saatgut im Handel noch bekommen, denn hochwertiges Saatgut ist schnell vergriffen. Beim Anlegen eines Gemüsebeetes sollten Sie das Prinzip der Mischkultur beherzigen.

    Mischkultur – Was ist das?

    Unterschiedliche Gemüse, Kräuter aber auch Blumen wachsen nebeneinander und stärken sich gegenseitig. Richtig gewählte Pflanzen einer Mischkultur haben unterschiedliche Eigenschaften und Bedürfnisse, so dass sie sich optimal entfalten können und sich nicht behindern. Neben einer besseren Pflanzengesundheit und einem attraktiven Erscheinungsbild des Gemüsebeetes ist die Geschmacks­ausprägung des Gemüses ein entscheidendes Argument zur Anlage einer Mischkultur. Manche Pflanzen entwickeln in Wechselbeziehung zu anderen Pflanzen ein stärkeres Aroma.









    Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst-Us Uebscht“ Gärtner:

    Es ist wichtig, eine ausgewogene Mischung aus Tief- und Flachwurzlern und Blatt- und Wurzelgemüse zu erreichen. Die unterschiedlichen Pflanzen reichern den Boden über ihren eigenen Stoffwechsel mit unterschiedlichen Substanzen an. Solange sich die Pflanzen nicht gegenseitig in die Quere kommen, entsteht eine Symbiose auf kleinstem Raum.

    Vorteile einer bunten Mischkultur

    Bei optimaler Pflanzung ist der Ertrag einer Mischkulturfläche höher als im normalen Gemüsebeet – die Fläche wird effektiver genutzt. Kombiniert mit Zierpflanzen entsteht ein saftig, buntes Gemüsebeete mit einer dichten Pflanzendecke. Eine wahre Bereicherung für jeden Gartenliebhaber.

    Vorteil einer solchen dichten Pflanzendecke ist, dass sie weniger Unkraut aufkommen lässt und den Boden im Sommer besser feucht hält.

    Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst-Us Uebscht“ Gärtner:

    Nachfolgend haben wir Ihnen ein paar Beispiele für positive Wechselbeziehungen innerhalb einer Mischkultur aufgeführt.

    Möhren funktionieren sehr gut mit Zwiebeln und Lauch. Diese Pflanzkombination hat einen positiven Pflanzenschutzeffekt bzgl. der Möhrenfliege, bzw. Zwiebelfliege und Lauchmotte. Möhren harmonieren außerdem sehr gut mit Salat.

    Buschbohnen in Kombination mit Bohnenkraut, aber auch Kohl und Rote Beete bietet sich ebenfalls in der Mischkultur an. Das Bohnenkraut schützt bspw. die Buschbohnen vor der Bohnenkrautlaus und fördert gleichzeitig das Aroma der Bohnen.

    Sellerie mit Kohl hat einen Effekt gegen Erdflöhe (Kohl) und Raupen. Gute Nachbarn für die Sellerie sind außerdem Lauch oder Tomaten.

    Kapuzinerkresse und Gartenkresse schützen Tomaten und sogar Obstbäume vor Blatt- und Blutläusen.

    Eine positive Wirkung auf den Geschmack von Kartoffeln besitzen Koriander und Kümmel. Bei Radieschen bietet sich als natürlicher Geschmacksverstärker Kresse an.


    Andreas Löbke


    Eist Uebst

  • Mistbeete Tipps von Ihrem "Eist Uebst"

    Mistbeet

     

     

    Das neue Jahr ist jung und im Gemüsegarten herrscht noch Ruhe. Wer möchte, kann aber schon Mitte Februar

    mit der Gemüsesaison beginnen und mit Hilfe eines Mistbeetes Väterchen Frost austricksen.

    Mistbeete sind heute etwas aus der Mode

    gekommen und immer seltener im privaten

    Gemüsegarten vorzufinden. In früheren

    Zeiten, in denen nicht über den ganzen

    Winter bequem vitaminreiches Gemüse oder

    Obst aus Übersee oder professionellen

    Treibhäusern zu bekommen war, war das

    Mistbeet die einzige Möglichkeit, nach

    einem entbehrungsreichen Winter schnell

    wieder an frisches und vitaminreiches

    Gemüse zu gelangen.

    Vier Wochen früher

    Obwohl das Mistbeet ein Gewächshaus nicht

    ersetzten kann, ist es auch heute noch eine

    kostengünstige Alternative, um zwei bis vier

    Wochen früher ernten zu können.

    Für das Mistbeet befüllt man einen Frühbeetkasten

    mit einer ca. 50 bis 60 cm dicken

    Schicht aus Pferde- oder Rindermist und

    deckt diese mit einer Lage Kompost (ca. 20

    cm) ab. Den Frühbeetkasten kann man im

    Handel kaufen oder einfach aus Brettern

    und etwas Glas oder Folie selber bauen.

    Das Prinzip des Mistbeetes ist, dass Mikroorganismen

    den Mist zersetzten und dabei

    Wärme produzieren. Dieser Abbauprozess

    sorgt dafür, dass die Pflanzen im Mistbeet

    gleichmäßig „warme Füße“ haben und mit

    der Tagessonne optimale Temperaturen

    zum Wachsen vorfinden.

    Alternative zu Pferdemist

    Wer übrigens keinen Mist zur Verfügung hat,

    kann stattdessen auch Stroh verwenden,

    welches mit Kalkstickstoff vermischt und

    warmen Wasser durchfeuchtet eine ähnliche

    Wirkung erzielt wie der Pferdemist.

    Langsam Starten

    Bedenken Sie bitte beim Bepflanzen des

    Mistbeetes, dass der Abbauprozess der Mikroorganismen

    erst in Schwung kommen

    muss, damit sich das Substrat erwärmt.

    Setzten Sie die Pflanzen erst ein paar Tage

    nach dem Befüllen des Mistes ein.

    Auch wenn sich das Substrat schnell

    erwärmt, sollten Sie zu Saisonbeginn eher

    kälteunempfindliche Arten wie Radies, Spinat,

    Salat, frühe Karotten, Kohlrabi oder

    Blumenkohl anbauen.

    Im Sommer können dann wärmebedürftige

    Kulturen wie Paprika, Tomaten oder

    Gurken eingesetzt werden. Zum Winter eignet

    sich Feldsalat sehr gut.

    Die „Eist Uebst-Us Uebscht“–Gärtner

    wünschen Ihnen viel Erfolg beim „Wiederentdecken“

    des Mistbeetes.

    Andreas Löbke

  • Shopping im Internet

     

    Im Internet kann man fast alles ersteigern, was das Herz begehrt. Von Büchern über Kleidung, Schuhe, Autozubehör bis zu Möbel. Im Grunde ist das Internet wie ein großes Einkaufszentrum das man ohne Auto erreichen kann. Es gibt in diesem Shoppingcenter sogar Gärtnereien die ihre Ware feilbieten.

    Skeptisch wird jetzt der ein oder andere Leser den Kopf schütteln und sich fragen wie man denn bloß auf die Idee kommen kann, Blumen zu kaufen ohne sie vorher begutachten zu können und wie Pflanzen die Reise in einem Paket überhaupt überleben können.

    Doch im Grunde ist dies überhaupt kein Problem. Seriöse Händler sind sehr bemüht, dass die Pflanzen ordentlich verpackt sind und auf ihrer Reise bis in die Gärten keinen Schaden nehmen.

     

    Es ist anzuraten, Gärtnereien aus Luxemburg und dem nahen Ausland zu bevorzugen, denn diese Pflanzen sind oftmals etwas robuster und besser für unsere Klimaverhältnisse geeignet.

    Kauft man Pflanzen im sonnigen Süden, können diese bei uns im Winter leichter „verschnupfen“.

    Auch wenn es heißt, dass die Pflanzen winterfest sind ist dies mit Vorsicht zu genießen und man sollte sich die Frage stellen wie denn der Winter im Herkunftsland ist. Wird es gleich kalt wie in Luxemburg, dann hat die Pflanze vermutlich keine Probleme auch bei uns zu überleben. Besser ist natürlich wenn direkt im Shop Temperaturangaben zu den einzelnen Pflanzen zu finden sind.

    Bei besonders exotischen Pflanzen aus noch exotischeren Ländern muss man sich im Voraus über die Einfuhrbestimmungen beim Zoll erkundigen. Gegebenenfalls muss der Händler Zertifikate beifügen die belegen, dass die Pflanzen aus Gärtnereien stammen und es sich nicht um Naturfunde handelt.

    Des Weiteren hat sicherlich schon jeder einmal die Erfahrung machen müssen, dass Pflanzen die man in der Gärtnerei gekauft hat eingegangen sind. Sei es nach dem Winter, während des Sommers oder einfach so ohne ersichtlichen Grund. Genau das kann auch bei Pflanzen die man im Internet bestellt passieren, eine Anwuchsgarantie gibt es leider nicht.

    Außerdem sollte man darauf achten, dass man zu Hause ist, wenn die Lieferung erfolgt. Gute Staudengärtnereien schicken eine Benachrichtigung, dass die Pflanzen ihr Geschäft verlassen haben und wann der voraussichtliche Liefertermin ist. Falls man doch nicht zu Hause ist, wenn der Postbote kommt, dann sollte man das Paket schnellstmöglich abholen, damit die Pflanzen nicht vertrocknen oder zu sehr unter Lichtmangel leiden.

    Es ist jedem freigestellt wo und wie man seine Pflanzen kauft, durch das Internet erschließt sich einem allerdings ein größeres Sortiment an Pflanzen und für experimentierfreudige Gärtner ergeben sich so unendlich viele neue Möglichkeiten den Garten zu verschönern.

    Nadine Weirich

    Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

  • Unkräuter

    So nennt man Pflanzen, welche, dort wo sie wachsen, unerwünscht sind. Sie sind aber auch Zeigerpflanzen, die über die Beschaffenheit des Standortes Auskunft geben. Einige gedeihen jedoch fast überall. Sie sind entweder einheimisch oder aus der Fremde eingeschleppt. Letztere sind oft kaum noch auszurotten. Leider werden sie meist nicht beachtet, bis sie zur Plage werden.

    „Unkraut nennt man Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt wurden.“ (Ralph Waldo Emerson, amerikanischer Philosoph, 1803-1882). Nicht alle Pfanzen, welche zunächst nutzlos scheinen, sollten als Unkraut abgestempelt werden. Immerhin schützen sie den Boden und liefern Humus. Manche werden gerne vom Vieh oder sonstigen Tieren gefressen. Es gibt darunter auch allerlei interessantes Wildgemüse und Heilpflanzen. Ihre Blüten bieten vielerlei Insekten Nahrung, und Vögel verzehren die Samen. Viele Nützlinge sind auf das Unkraut angewiesen. Manche Schädlinge würden mangels dessen über Kulturpflanzen herfallen.

    Ohne eine reichhaltige Pflanzenwelt gäbe es auch keine reiche Tierwelt. Durch die Zerstörung der natürlichen Pflanzenwelt verschwinden viele Insekten und sonstige Tiere, oder sterben eventuell aus, mit ihnen wiederum Pflanzen und Tiere, welche auf solche angewiesen sind, unter ihnen auch Nützlinge. In der Natur leben alle in gegenseitiger Abhängigkeit. Das Ausbringen von Pestiziden bringt eine Verarmung und zerstört das natürliche Gleichgewicht. Viele Pestizide sind persistent. Resistente Kräuter oder sonstige Schädlinge können sich eventuell übermässig vermehren, wenn sie keine Konkurrenz mehr haben, und nicht mehr von ihren natürlichen Feinden kleingehalten werden, so dass man immer stärkere Dosen oder andere Pestizide anwenden müsste. In Monokulturen, besonders von nur einem Genotyp, können Parasiten sich plötzlich gefährlich ausbreiten.

    Eingeführte Arten können, trotz aller Vorsicht und bestem Willen, ausser Kontrolle geraten. Es gibt davon schon eine lange Liste (Fotos von 2 Beispielen). Gentechnisch veränderte Pflanzen mögen auf kurze Sicht wirtschaftlich interessant scheinen. Jedoch bekommen sie vielen Insekten oder anderen Tieren nicht, welche dadurch verschwinden oder vielleicht sogar aussterben. Für den Menschen oder sein Vieh - so möchte man uns glauben tun - sollen sie dann aber harmlos sein! Fremde Gene, welche in die Natur entlassen wurden, kann man nicht wieder zurückholen. Bereits ausgestorbene Pflanzen oder Tiere können nicht wieder auferstehen. Die Verarmung ist nicht mehr rückgängig zu machen.

    Falls, wie es die EU-Kommission vorgeschlagen hatte, nur mehr Saatgut von amtlich anerkannten Sorten hätte gehandelt werden dürfen, wäre vielen alten und bewährten, jedoch weniger verbreiteten Sorten, der Garaus gemacht worden. Die Verarmung der genetischen Vielfalt wäre praktisch zur amtlichen Vorschrift geworden. Bauern und Gärtner wären in die Abhängigkeit von multinationalen, finanzkräftigen Saatproduzenten geraten, welche oft genug selber auch gentechnisch veränderte Pflanzen züchten und Pestizide herstellen. Der Vorschlag wurde am 11. März 2014 vom EU-Parlament mit 650 zu 15 Stimmen zurückgewiesen.

    Jos. Huberty

  • Vom wilden Gartnern…

    … oder wie ein Vortrag zu einem Spaziergang anregen kann.

    Eine Einladung hat mich dazu veranlasst, zurück zur Uni zu kehren und seit langem wieder einen Tag im Hörsaal zu verbringen um interessante Vorträge zur Gestaltung mit Pflanzen zu hören. Das Thema lautete „Zwischen Garten und Landschaft“.

    Gemeint ist damit nicht der Gartenzaun der schützend zwischen dem Garten und dem Wilden, Unbekannten der Landschaft steht, sondern viel mehr der Austausch zwischen der Natur außerhalb des Gartens und des Gartens selbst.

    Besonders hervorgehoben hat sich der Vortrag von Rick Darke, der sich mit dem Thema „The New Wild Garden“ beschäftigt. Wie sich schon erahnen lässt, ist das Thema der wilden Gärten nicht ganz neu und entstand im Grunde schon im 18. Jhdt. mit den englischen Landschaftsgärten. Obwohl diese Gartenanlagen sehr natürlich anmuten, sind sie akkurat und bis ins kleinste Detail geplant. Sichtachsen zu Kirchtürmen, Grotten oder Brücken sind nicht durch Zufall entstanden, sondern bewusst angelegt worden. Sodass nicht alles, was natürlich aussieht auch natürlich entstanden ist.

    Eine etwas andere Richtung hat William Robinson (1838 - 1935) eingeschlagen, dessen Idee mit dem „Wild Garden“ hohe Wellen schlug. Auch wenn viele Gärtner noch nie von ihm gehört haben, ist seine Idee, Blumenwiesen entstehen zu lassen bzw. Narzissen in Parkwiesen oder Gärten zu verwildern, allseits bekannt und hat bis heute Fortbestand.

    Diese Kontinuität haben auch jene „Pflanzenverwender“ eingeschlagen, die großflächige Staudenbeete mit vielen Gräsern und Blütenpflanzen anlegen, denn solche Bepflanzungen verändern sich mit den Jahreszeiten und die Beete werden nicht je nach Zeitpunkt im Jahr vollständig leergeräumt und neu bepflanzt. Die Pflanzen können über ein Jahr hinweg beobachtet werden, wie sie wachsen, blühen, Samen bilden und sich im Winter zurückziehen um die kalte Jahreszeit zu überdauern.

    Der Ansatz des Beobachtens, sich an der Natur zu orientieren oder sich diese als Vorbild zu nehmen wurde im Vortrag erläutert. Man findet unendlich viele Beispiele, Inspiration und Anregungen im größten Garten der Welt, draußen hinter dem Gartenzaun.

    Wir müssen nur lernen mit offenen Augen durch die Landschaft zu marschieren, denn zu jeder Jahreszeit liefert die Natur uns gratis neue Ideen. Es kann auch erkenntnisbringend sein zu sehen welche Farne sich beispielsweise auf alten Mauern ansiedeln lassen oder welche Gräser Trockenheit gut vertragen. Das Beobachten liegt im Trend, Stars unter den Landschaftsarchitekten machen es so und auch die Pflanzenzüchter ziehen hinaus um „neue“ Pflanzen für die Gärten zu entdecken.

    Vielleicht ist dies ein Ansporn auch während der kalten Jahreszeit wieder mal einen Spaziergang zu machen, denn es lasst sich so manches entdecken, was eventuell auch im Garten umgesetzt werden kann.

    Ich für meinen Teil habe die Idee des „New Wild Garden“ schon diesen Sommer umgesetzt. Denn während die Nachbarn jedes Wochenende ihren Rasenmäher ausgeführt haben, habe ich geschaut welche Blumen sich bereits auf meiner Wiese angesiedelt haben.

    Nadine Weirich

    Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

  • Was ist eigentlich F1-Hybrid-Saatgut?

    Zunehmend werden im professionellen Gemüsebau F1-Hybrid-Sorten genutzt. So handelt es sich zum Beispiel beim Sortenangebot für Kohl (Kopfkohl, Blumenkohl, Rosenkohl,…) vorwiegend um F1-Hybriden. Auch in Hausgärten finden diese Sorten Einzug. Doch wie entsteht eigentlich F1-Hybrid-Saatgut?

    F1 steht für Filial 1, also die erste Tochtergeneration einer Kreuzung zweier Eltern, die sich genetisch unterscheiden. Solche Kreuzungen zwischen unterschiedlichen Pflanzen kommen in der Natur ständig vor:

    Bei Fremdbefruchtern wie dem Kohl, dem Mais oder der Feuerbohne sind sie die Regel, aber auch bei vorwiegenden Selbstbefruchtern wie der Tomate, der Busch- oder Stangenbohne und dem Salat kommen Verkreuzungen zwischen zwei Sorten regelmäßig vor.

    Seit den 1930er Jahren nutzt man die F1-Generation gezielt als Endprodukt der Pflanzenzüchtung, angefangen beim Mais.  Ähnlich Mischlingshunden, die für ihre hervorragende Gesundheit bekannt sind, sind die Tochterpflanzen aus einer Kreuzung genetisch unterschiedlicher Elternlinien nämlich äußerst leistungsstark. Achtet man darauf, dass die beiden Elternlinien durch strenge Inzucht absolut rein gehalten werden, haben die Tochterpflanzen untereinander auch einheitliche Eigenschaften in Sachen Form, Farbe, Abreife und Ertrag. Diese Einheitlichkeit ist bei mechanisiertem Gemüsebau und langen Handelswegen nützlich.

    Um F1-Hybrid-Saatgut zu erzeugen, muss also eine gezielte Kreuzung erzwungen werden. Dies ist von Hand möglich und wird zum Beispiel bei der Produktion von Tomatenhybriden unter hohem Arbeitsaufwand praktiziert. Effizienter und sicherer ist es aber, bei den Mutterpflanzen (den Samenträgern) eine Selbstbefruchtung durch systematische Entfernung der Antheren (also der männlichen, pollentragenden Blütenteile) auszuschließen. Beim Mais ist dies mechanisch sehr einfach möglich: Die männlichen Blüten wachsen als Fahne oberhalb der Pflanze und die weiblichen in der Blattachse; man durch Köpfen der Mutterpflanzen ihre Kastration erreichen. Komplizierter sieht es zum Beispiel bei Kohlarten oder Chicorée aus. Hier befinden sich die Antheren in der gleichen Blüte wie die weiblichen Blütenorgane und müssten manuell mit der Pinzette herausgezupft werden – ein Aufwand, der sich auch bei erhöhten Preisen für Hybrid-Saatgut nicht lohnt.

    Durch die cytoplasmatische männliche Sterilität (CMS), die bei einigen Arten wie der Möhre, der Zwiebel und dem Radies natürlich vorkommen, kann dieser Arbeitsaufwand erspart werden. Pflanzen mit dieser Eigenschaft produzieren von sich aus keinen fruchtbaren Pollen und können nur von fremdem Pollen befruchtet werden. Bei Arten, die diese Eigenschaft aufweisen, kann man die CMS ohne große Hindernisse für die Züchtung von F1-Hybrid-Sorten genutzt werden. Beim Kohl zum Beispiel wurde dagegen keine natürliche CMS gefunden. Deswegen bedient sich die Pflanzenzüchtung in diesem Fall der Protoplastenfusion. Dabei werden Rettichzellen und Kohlzellen miteinander verschmolzen, um die CMS des Rettichs in den Kohl einzuführen. In der EU werden Sorten, die unter Einsatz von Protoplastenfusion entstanden sind, nicht als genetisch veränderte Organismen (GVO) eingeordnet. Da aber bei dieser Technik natürliche Artgrenzen überwunden werden, hält sie das internationale Organ der Bio-Bewegungen (International Federation of Organic Agriculture Movements, IFOAM)  nicht für vereinbar mit den Prinzipien des biologischen Landbaus.

    Sicher ist, dass F1-Hybridsorten nicht nachbaufähig sind. Im Gegensatz zu samenfesten Sorten ähneln ihre Nachkommen nicht den Elternpflanzen. Wer also selbst Saatgut für den Einsatz im eigenen Gemüsegarten erzeugen möchte, muss von F1-Hybrid-Sorten absehen. Da der Hausgarten auch keine standardisierten Produkte oder Höchsterträge erfordert, können HobbygärtnerInnen unbeschwert samenfeste Sorten wählen, die Jahr für Jahr nachgebaut und ausgelesen werden und so auch eine Anpassung der Gemüsepflanzen an den eigenen Standort erlauben.  

     

    Stephanie Klaedtke



    Abbildung: Der Großteil der Maissorten, die in Luxemburg angebaut werden, sind F1-Hybriden. ´Sponsio‘ ist eine traditionelle Maissorte, die in Südwest-Frankreich von Landwirten erhalten wird.

  • Winterruhe – Ernteruhe?! Tipps von Ihrem Eist Uebst -Gärtner

    Wir Bauern von „Eist Uebst - Us Uebscht“ haben nach den hektischen Erntemonaten jetzt im Winter wieder etwas mehr Zeit, uns gegenseitig auszutauschen und die Saison zu reflektieren. Trotz der Hektik und Wetterturbulenzen in 2013 „juckt“ es uns schon wieder, draußen in der Kultur zu arbeiten. Gut, dass die Winterschnittarbeiten bald wieder anstehen.

    „Gemüse-Ernte“

    Wenn Sie ähnlich fühlen wie wir, können Sie sich sicherlich über die Ernte von Wintergemüse wie Feldsalat, Grünkohl oder Rosenkohl im heimischen Garten freuen?!

    Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst-Us Uebscht“-Gärtner:

    Geben Sie einigen Gemüsesorten noch etwas mehr Zeit. Beispielsweise entfalten Grünkohl und Pastinaken, aber auch Früchte wie Schlehen erst durch Frost ihr bestes Aroma. Ernten Sie diese also erst nach Frosteinwirkung. Der erste Frost sollte jetzt durch sein.

    „Miniatur-Ernte“

    Nicht nur draußen, sondern auch im Haus können Sie anbauen und ernten; allerdings in Miniaturform. Ergänzen Sie einfach die Gemüsevielfalt des Gartens durch vitaminund ballaststoffreiche Keimlinge.

    Keimlinge können aus den verschiedensten Getreiden (z. B. Weizen, Roggen, Hafer), Hülsenfrüchten (z. B. Linsen, Erbsen, Sojabohnen) oder sonstigen Pflanzenarten (z. B. Gartenkresse, Sonnenblumen, Sesam) aufgezogen und bereits nach wenigen Tagen geerntet werden.

    Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst-Us Uebscht“-Gärtner:

    Bei der Anzucht ist die richtige Dosis an Licht, Wärme, Luft und Feuchtigkeit entscheidend. Zunächst lässt man die Samen in lauwarmem Wasser im Dunklen – zum Beispiel über Nacht – vorquellen. Treten die ersten Keimlinge hervor, wechseln Sie den Standort an einen helleren. Wachstum und der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen wird so gesteigert. Samen und Keimlinge sollten stets feucht und bei einer optimalen Keimtemperatur zwischen 18°-22° C gehalten werden.

    Wer Freude an der Keimlingszucht hat, kann in spezielle Keimgefäße investieren. Andere Möglichkeiten bieten mit feuchtem Mull belegte flache Schalen oder Teller, auf denen die Samen verteilt werden. Bei regelmäßigem Bewässern trocknen die Samen so nicht aus.

    „Blüten-Ernte“

    Traditionell schneidet man am 4. Dezember „Barbarazweige“, zum Beispiel von Kirschbäumen. Wenn Sie sich Weihnachten über blühende Zweige erfreuen wollen und Blüten ernten möchten, vergessen Sie dann jetzt nicht, diese Zweige zu schneiden und in einer wassergefüllten Vase ins Warme zu stellen!

    Wir „Eist Uebst-Us Uebscht“ wünschen frohe Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Gartenjahr!

    Andreas Löbke

  • Zitronenmelisse für den Hausgebrauch

     
    Küchenkraut, Teekraut, Heilpflanze

    Im Frühjahr ist eine günstige Gelegenheit, Zitronenmelisse zu pflanzen oder ein vorhandenes Exemplar zu teilen und so zu vermehren, damit es reicht für alles, was Zitronenmelisse Nützliches zu bieten hat. Für einen normal großen Haushalt reichen drei Pflanzen, die man vorteilhaft im März vor Austrieb setzt. Die nächste Gelegenheit zur Pflanzung kommt im August/September nach dem zweiten Rückschnitt der Triebe.

    Zitronenmelisse stammt zwar ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist hier jedoch ausreichend hart. Sie wird zwischen 50-70 cm hoch und wünscht sonnigen Platz, gedeiht jedoch zufriedenstellen auch noch an leicht absonnigem Standort. An Bodenfeuchtigkeit, Nährstoffen und Humus möge es nicht mangeln, vergeht doch im Sommer kaum ein Tag, an dem Zitronenmelisse nicht von ihren Blättern samt Trieben hergeben muss.

    Die frischen, kleingehackten Blätter würzen alle grünen Salate mit pikantem Zitronengeschmack. Schon der Duft der zwischen den Fingern zerriebenen Blätter ist erfrischend verführerisch. Deswegen passt Zitronenmelisse zu Quarkaufstrich, Kräuterbutter, Mayonnaisen, Fisch- und Fleischsalaten. Sie ist außerdem unentbehrlicher Bestandteil von Kräuteressig.

    Bildunterschrift: Menschen schätzen das Zitronenaroma der Blätter von Melisse, Bienen den Nektar der weißen Blütchen in den Blattachseln.

    Von Frühjahr bis Herbst liefert Zitronenmelisse Blätter für Tee, solo oder in Verbindung mit anderen Kräutern wie Pfefferminz. Man bestimmt selbst, wie stark der Tee sein soll, gibt entsprechend frische Blätter in ein Gefäß, übergießt mit kochendem Wasser, lässt 10 Minuten ziehen.

    Zitronenmelisse ist auch Heilkraut. Das verdankt sie ihren gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen Citral, Citronella, Linalool, Geraniol, Aldehyden, Gerb- und Bitterstoffen. Sie sind verantwortlich für die beruhigende Wirkung der Melisse auf die gesamte körperliche Verfassung. Wem die Nerven flattern, wer selbst todmüde abends nicht zu Ruhe kommt oder unter Magenbeschwerden leidet, sollte immer mal wieder Melissentee trinken.

    Klar, dass bei so viel Nützlichem man auch im Winter nicht auf Zitronenmelisse verzichten möchte. Dafür werden Triebe geschnitten und getrocknet, und zwar das erste Mal vor der Blütenbildung nicht tiefer als 15 cm über der Erde, das zweite Mal nicht später als Mitte September. Die Triebe in nicht zu großen Bündeln binden und an einem schattigen, luftigen, Platz bei höchstens 35 Grad rasch und schonend trocknen. Die trockenen Blätter von den Stielen rebbeln und in gut schließender Dose aufbewahren.

    Ilse Jaehner

     

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