Die Verwendung neuer Baumaterialien hat in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, dass sich das Raumklima in den Wohnungen nicht immer zum Besten entwickelt hat. Bei einem Neubau kann die Wahl der Baustoffe noch beeinflusst werden. Im Bestand können Pflanzen dazu beitragen die Qualität der Raumluft substantiell zu verbessern.

Können Pflanzen nachweislich zur Verbesserung des Raumklimas beitragen? Hierzu gehen die Meinungen weit auseinander. Um es jedoch nicht bei einer einzigen Einschätzung zu belassen, war eine eingehende Recherche in der einschlägigen Literatur angebracht. Dabei fiel auf, dass in der rezenten Vergangenheit sehr viel und auf sehr unterschiedlichen Ebenen zu diesem Thema geforscht wurde. Da wäre zum Beispiel die Weltraumforschung hervorzuheben:

Um Festzustellen, unter welchen Bedingungen menschliche Kolonien auf dem Mars möglich wären, hatte die US-Raumfahrtbehörde NASA ein Langzeitexperiment initiiert. Die Biosphere II wurde Anfang der 1990er Jahre errichtet, um festzustellen, ob ein von der Außenwelt unabhängiges und sich selbst erhaltendes Ökosystem möglich wäre. Das Projekt gilt als gescheitert, es wurden jedoch sehr wertvolle Erkenntnisse über die Rolle der Pflanzen gewonnen.

Auf die Frage hin, wie die Erde es schafft saubere Luft zu produzieren, bzw. verbrauchte Luft zu regenerieren, war die Antwort folgende: Es sind dies generell die Pflanzen und zwar in einem Ausmaß, wie es bis dato nicht bekannt war.

Neben diesen genannten Fähigkeiten tragen Pflanzen ebenfalls dazu bei, die Luft zu befeuchten. In einem geheizten Zimmer ohne Pflanzen ist eine relative Luftfeuchtigkeit von 30% erreichbar. Pflanzen im Raum können die relative Luftfeuchtigkeit auf bis zu 40-45% erhöhen. Optimal wären 50-55%.

Das Raumklima wird jedoch auch sehr stark von den verwendeten Baustoffen beeinflusst. Vor allem bei älteren Gebäuden im Bestand wurden Baustoffe verwendet die zum Teil nur durch erheblichen finanziellen Einsatz ausgetauscht werden können. Dazu gehören zum Beispiel Spanplatten, verklebte Bodenbeläge oder andere synthetische Materialien, welche von Klebstoffen und Harzen zusammengehalten werden.

Der Mensch selbst sondert flüchtige Stoffe ab, wie zum Beispiel Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Phenole, Methan, Stickstoff- Dioxide usw. Durch Pflanzen kann die Luft revitalisiert werden umso dauerhaft für eine Verbesserung der Atemluft zu sorgen.

In der Literatur werden Pflanzen aufgeführt, die sich besonders zur Verbesserung der Raumluft eignen. Efeu, Orchideen, Areca-Palmen gelten als Raumluft-„Revitalisierer“.

Formaldehyd wird bis zu 90% von Grünlilien und Aloe aus der Luft entnommen um in unbedenkliche Aminosäuren und Zucker umgewandelt zu werden. Farne und Efeu haben ähnliche Fähigkeiten und können zudem an dunklen Stellen oder in Badezimmern aufgestellt werden. Efeu kann Benzol bis zu 90% abbauen.

Dies sind nur einige Beispiele, die die Bedeutung von Raumpflanzen unterstreichen. Es lohnt sich also, die Pflanzen nicht nur nach ästhetischen Gesichtspunkten auszusuchen, sondern ebenfalls deren Fähigkeit hinsichtlich der Verbesserung der Luftqualität zu schätzen

Ministère du Logement

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