Wolfsmilchgewächse (Euphorbien) sind fast auf der ganzen Welt verbreitet und ihr Erscheinungsbild kann sehr unterschiedlich sein. Die Varianten reichen von einem großen Strauch, bis zum stacheligem Gesellen oder der krautigen Pflanze. Einige Arten sind beliebte Zimmerpflanzen oder sind jedes Jahr zu Weihnachten aufgrund ihrer großen roten Scheinblüten in den Blumengeschäften zu finden.

Eines haben diese Gewächse jedoch gemeinsam, den weißen, ätzenden Milchsaft der aus den Stängeln austritt. Obwohl Euphorbien giftig sind, wurden früher Wolfsmilchgewächse für medizinische Zwecke verwendet. Von der Nutzung als Heilpflanze wird heutzutage jedoch abgeraten, da die Behandlung früher durchaus schon aufgrund des Todes des Patienten eingestellt werden musste.

Im Garten sind die Euphorbien sehr vielseitig einsetzbar. In den Sortimenten der Gärtnereien finden sich Arten für den Steingarten (Warzenwolfsmilch), für den Gehölzrand (Mandelblättrige Wolfsmilch) oder schattigere Bereiche und für feuchte bis nasse Standorte (Sumpfswolfsmilch).

Wolfsmilchgewächse haben unscheinbare Blüten, die von auffälligen Hochblättern umgeben sind. Die meisten Hochblätter der krautigen Wolfsmilchgewächse sind gelblich-grün. Aber bei einigen Arten können sie auch rot oder orange sein wie beispielsweise bei Euphorbia griffithii ‘Fireglow‘. Einige Arten überzeugen auch durch ihre rote Blattfarbe, die gut mit anderen, rotblühenden Pflanzen kombiniert werden kann. Dies sind beispielsweise Euphorbia amygdaloides ‘Purpurea‘ oder Euphorbia dulchis ‘Chamaeleon‘. Oftmals werden Euphorbien als Füllpflanzen genutzt, um andere Pflanzen hervorzuheben oder diesen den nötigen Rahmen bieten und ihre Blüten richtig zur Geltung zu bringen, selber stehen die Euphorbien eher im Hintergrund. Während einige Arten durch eine besondere Herbstfärbung auftrumpfen, sorgen andere für Abwechslung während der Wintermonate. Vor allem wenn die Blumenbeete leer und trostlos erscheinen, bilden die wintergrünen Euphorbienarten reizvolle Eindrücke.

Für wühlmausgeplagte Gärtner eignet sich eventuell die kreuzblättrige Wolfsmilch, da ihr Duft die Plagegeister vertreibt. Leider ist diese Wirkung bloß auf einen eher kleinen Radius beschränkt und nicht nur Wühlmäuse flüchten vor dem Geruch, sondern auch Maulwürfe.

Es ist festzuhalten, dass Euphorbien für jeden Garten, für jede Standortverhältnisse und für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Aufgrund dieser Vielseitigkeit sind die Wolfsmilchgewächse vom Bund deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2013 erkoren worden.

 

Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur Nadine Weirich

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