Wurzelzellen einer Buschbohne bei 500-facher Vergrößerung. Die Pilzstrukturen sind blau eingefärbt. Pilz-Fäden, oder Hyphen, dringen in die Pflanzenwurzeln ein. In den Wurzelzellen werden Arbuskeln gebildet, die den Nährstoffaustausch zwischen Pilz und Pflanze gewährleisten. Wenn die Symbiose sich für den Pilz gelohnt hat, bildet dieser Speicherorgane, die Vesikel.
Mykorrhiza

Im Garten achten wir auf die vielen Pflanzen, die gedeihen. In manch einem Garten werden vielleicht auch Kaninchen und Hühner gehalten, die den Gärtner erfreuen. Die meisten Lebewesen in unserem Grundstück fallen uns jedoch nie auf. Eine Vielzahl an Mikroorganismen wirken im Boden und unterstützen Pflanzen in ihrem Wachstum. So z. B. auch Mykorrhiza-Pilze.

Mykorrhiza bezeichnet eine Form der Symbiose, bei der Pilze und Pflanzenwurzeln (gr. mykes = Pilz; rhiza = Wurzel) zusammenleben. Etwa 80 % aller Landpflanzen gehen eine solche Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen ein. Bei krautigen Pflanzen, also der gro.en Mehrheit unserer Gemüsepflanzen, handelt es sich um sogenannte arbuskulare Mykorrhiza. Hierbei dringen die Pilzhyphen bis in die Wurzelzellen der Pflanze ein und bilden dort zarten Strukturen, die unter dem Mikroskop wie Bäumchen aussehen.

„Symbiose“ bedeutet, dass zwei Lebewesen sich assozieren, um gegenseitig einen Nutzen aus der Beziehung zu ziehen. In diesem Fall liefert die Pflanze dem Pilz Kohlenhydrate, die aus den Blattern der Pflanze zu den Wurzeln und zum Pilz heruntertransportiert werden. Im Gegenzug erleichtert der Pilz der Pflanze den Zugang zu mineralischen Nahrstoffen, insbesondere Phosphor.

Mykorrhiza-Pilze bilden namlich im Boden ein weites Netzwerk, so dass sie den Boden umfassender erschlie.en konnen als die Pflanzenwurzeln allein. Sie sparen in der Landwirtschaft Dunger ein und sind ein Verbundeter der Bio-Gartner.

Doch die Vorteile fur die Pflanze gehen uber die Nahrstoffversorgung hinaus. Mykorrhizierte Pflanzen sind in der Regel wuchsiger und widerstandsfahiger gegen Krankheitserreger als ohne die Symbiose. Unter Stressbedingungen, wie z. B. in Schwermetall-belasteten Boden, wachsen Pflanzen dank der Symbiose besser. Laut neuer Forschungsergebnisse sind Pflanzen sogar in der Lage, uber das Pilz-Netzwerk miteinander zu kommunizieren!

Durch intensive Bodenbearbeitung und mineralische Dungung wurden auf vielen Flachen etablierte Mykorrhiza-Bestande im Boden zerstort. Heute werden im Handel Produkte zur Impfung von Gartenboden mit Mykorrhiza angeboten. Wer seinen Garten schonend bearbeitet und auf mineralische Dunger verzichtet, hat die freundlichen Helfer wahrscheinlich schon unter seinen Füßen.

Mehr Informationen zu Mykorrhiza finden Sie z. B. auf dieser lehrreichen Seite http://www.biologie. uni-hamburg.de/b-online/myco/index.html

Stephanie Klaedtke

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