Da wachsen die leckersten Möhren. Möchte ich wissen, ob die Erde in meinem Gemüsegarten o.k. ist, brauche ich nur die Möhren zu fragen. Sind die gut geraten, ist der Boden in Ordnung. Wieso das?

Möhren sind ausgesprochen anspruchsvoll, was den Boden betrifft. Deswegen gedeihen sie in älteren Gärten mit durch jahrelange Plege in bestem Zustand beindlichen Böden bestens, fast von selbst. Dagegen kümmern sie in neuen Gärten vielfach trotz an sich aufmerksamer Plege vor sich hin mit mangelhaften Ergebnissen.

Darum fängt Möhrenkultur mit der Verbesserung des Bodens an durch tiefe Lockerung, vor allem von schwererem Boden, und einer Strukturverbesserung, die in erster Linie schwererer Boden ebenfalls nötig hat. Locker und luftig muss die Erde sein. Dies wird sie mit Hilfe von wahlweise grobem Sand, reichlich Kompost oder sonst humosem Material, ferner mit Zufuhr von Gesteinsmehl.

Das sind Möhren aus meinem Garten. Jetzt nicht lange fackeln, gleich zubereiten und schmecken lassen. Köstlich!

 

Sodann muss der pH-Wert richtig eingestellt werden. Möhren wachsen am besten im pH-Bereich von 6,5 bis 7,5. Bei Werten darunter muss unbedingt aufgekalkt werden, was sich auch noch kurz vor der Saat machen lässt, falls man dazu kohlensauren Kalk oder Algenkalk verwendet. Große Widersacher von Möhren sind Unkräuter. In Konkurrenz mit ihnen haben Möhren ganz schlechte Karten, weil sie sehr langsam keimen und auch das Jugendwachstum zögerlich ist. Daher muss die Erde unkrautfrei sein.

Möhrensamen keimen zwar schon bei 5 °C Bodentemperatur, doch wenn es andauernd so kühl ist, sind Keimlinge auch schon mal erst nach 40 Tagen da. Durchschnittlich brauchen Möhren 21-27 Tage zum Keimen. Daher abwarten! Erst säen, wenn es wirklich warm genug wurde und die Witterung einiger maßen konstant ist. Dill mit einsäen, damit man die Reihen blind hacken kann und kein Unkraut wächst. Frühe Möhrensaaten immer mit Vlies schützen.

Möhren haben ein ganz spezielles Sozial gefüge. Als kleine Planzen wollen sie ziemlich dicht stehen, danach mit jeweils genügend Abstand. Also sät man verhältnismäßig dicht, muss jedoch unbedingt verziehen, wenn sich 3-4 Blätter entwickelten. Haben Möhren schwache oder verkrümmte Wurzeln, wurde nicht rechtzeitig vereinzelt oder die Möhren hungern.

Nach dem Verziehen ist eine leichte Kopfdüngung empfehlenswert. Anschließend wird gewässert, damit sich die durch das Vereinzeln entstandenen kleinen Erdlöcher wieder schließen. Bei Trockenheit reichlich und zwischendurch immer wieder den Boden lockern.

Ilse Jaehner

1.1 Möhre

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