Mistbeet

 

 

Das neue Jahr ist jung und im Gemüsegarten herrscht noch Ruhe. Wer möchte, kann aber schon Mitte Februar

mit der Gemüsesaison beginnen und mit Hilfe eines Mistbeetes Väterchen Frost austricksen.

Mistbeete sind heute etwas aus der Mode

gekommen und immer seltener im privaten

Gemüsegarten vorzufinden. In früheren

Zeiten, in denen nicht über den ganzen

Winter bequem vitaminreiches Gemüse oder

Obst aus Übersee oder professionellen

Treibhäusern zu bekommen war, war das

Mistbeet die einzige Möglichkeit, nach

einem entbehrungsreichen Winter schnell

wieder an frisches und vitaminreiches

Gemüse zu gelangen.

Vier Wochen früher

Obwohl das Mistbeet ein Gewächshaus nicht

ersetzten kann, ist es auch heute noch eine

kostengünstige Alternative, um zwei bis vier

Wochen früher ernten zu können.

Für das Mistbeet befüllt man einen Frühbeetkasten

mit einer ca. 50 bis 60 cm dicken

Schicht aus Pferde- oder Rindermist und

deckt diese mit einer Lage Kompost (ca. 20

cm) ab. Den Frühbeetkasten kann man im

Handel kaufen oder einfach aus Brettern

und etwas Glas oder Folie selber bauen.

Das Prinzip des Mistbeetes ist, dass Mikroorganismen

den Mist zersetzten und dabei

Wärme produzieren. Dieser Abbauprozess

sorgt dafür, dass die Pflanzen im Mistbeet

gleichmäßig „warme Füße“ haben und mit

der Tagessonne optimale Temperaturen

zum Wachsen vorfinden.

Alternative zu Pferdemist

Wer übrigens keinen Mist zur Verfügung hat,

kann stattdessen auch Stroh verwenden,

welches mit Kalkstickstoff vermischt und

warmen Wasser durchfeuchtet eine ähnliche

Wirkung erzielt wie der Pferdemist.

Langsam Starten

Bedenken Sie bitte beim Bepflanzen des

Mistbeetes, dass der Abbauprozess der Mikroorganismen

erst in Schwung kommen

muss, damit sich das Substrat erwärmt.

Setzten Sie die Pflanzen erst ein paar Tage

nach dem Befüllen des Mistes ein.

Auch wenn sich das Substrat schnell

erwärmt, sollten Sie zu Saisonbeginn eher

kälteunempfindliche Arten wie Radies, Spinat,

Salat, frühe Karotten, Kohlrabi oder

Blumenkohl anbauen.

Im Sommer können dann wärmebedürftige

Kulturen wie Paprika, Tomaten oder

Gurken eingesetzt werden. Zum Winter eignet

sich Feldsalat sehr gut.

Die „Eist Uebst-Us Uebscht“–Gärtner

wünschen Ihnen viel Erfolg beim „Wiederentdecken“

des Mistbeetes.

Andreas Löbke

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