Der Obstbaumschnitt im Winter ist die richtige Zeit, um auf Krebsstellen zu achten und diese rechtzeitig zu behandeln. Denn breitet sich der Krebs einmal aus, müssen befallene Äste oder gar ganze Bäume komplett entfernt werden. Im Erwerbsobstbau können durch den Obstbaumkrebs somit große wirtschaftliche Schäden entstehen. Nicht umsonst haben wir ein besonderes Augenmerk auf diese Krankheit.

Oft werden wir von Kunden oder Bekannten darauf angesprochen, was man gegen den Obstbaumkrebs im Privatgarten machen kann. Anders als oft vermutet, handelt es sich beim Obstbaumkrebs nicht um eine Bakterienkrankheit, sondern um eine Pilzerkrankung. Die Pilzsporen des Obstbaumkrebses dringen über kleinste Verletzungen und Rindenrisse in das Holz der Obstgehölz, vor allem bei Apfelbäumen ein, und sorgen für das Absterben des Gewebes.







Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst“-Gärtner:

Dem Pilz reichen zur Infektion oft kleinste Öffnungen, die durch Hagelschlag, Sturm, Schnitt, aber auch ganz natürlich durch den Laub- und Fruchtfall verursacht sind. Es ist also ein Irrglaube, dass nur Bäume anfällig sind, wenn diese augenscheinliche Verletzungen aufweisen. Eine regelmäßige Kontrolle ist unabdingbar. Wenn das infizierte Gewebe abstirbt ist oft zu beobachten, dass die Bäume an der befallenen Stelle schlecht austreiben oder ganze Äste eintrocknen und absterben. Die natürliche Reaktion des Baumes ist, dass er an den Rändern der befallenen Stellen Überwallungsgewebe bildet und versucht, den Pilz so einzudämmen. In der Praxis ist es aber meist so, dass selbst bei vitalen Obstbäumen dieser Selbstschutz nicht ausreicht und sich der Pilz am Baum ausbreitet und weiter wandert.

Tipp von Ihrem „Eist Uebst“-Gärtner:

Sobald Sie Krebsanzeichen an Ihren Bäumen erkennen, sollten Sie die befallenen Äste entweder ausschneiden oder dünnere Äste vollständig entfernen. Gerade kleine, dünne Äste sollten rigoros entfernt werden. Bei dickeren Ästen und Leitästen können Sie die Stellen mit einem scharfen Messer herausschneiden. Nach dem Schnitt sollten Sie das Werkzeug sorgfältig desinfizieren. In unseren Obstgärten „schälen“ wir befallende Stellen bei großen Ästen im Winter weiträumig mit der Motorsäge aus. Dabei ist der richtige Zeitpunkt wichtig – die Pilzsporen müssen ruhen und inaktiv sein. Um weitere Infektionen durch die Pilzsporen zu vermeiden, ist es entscheidend, das kranke Holz zu verbrennen oder außerhalb des Obstgartens zu entsorgen.

Tipp von Ihrem „Eist Uebst“-Gärtner:

Schützen Sie den Baum nach der Schnittmaßnahme, indem Sie die Wunden mit einem Wundverschlussmittel gegen weitere Infektionen aufbringen. Auf diese Weise verringern Sie die Gefahr einer Neuinfektion erheblich. Im Fachhandel wird man Sie hierzu sicherlich gerne beraten. Im Winter sind die Krebsstellen sehr einfach zu erkennen; die Rinde ist eingesunken. Im fortgeschrittenen Stadium entstehen unübersehbare Überwucherungen an den Rändern der Krankheitsherde. Nutzen Sie also jetzt die Zeit und schauen auch Sie sich Ihre Obstbäume einmal genauer an – wir machen es auf jeden Fall. Die „Eist Uebst“- Gärtner wünschen Ihnen ein gutes Auge bei der Inspektion Ihrer Bäume und viel Freude mit den bald austreibenden Gehölzen.


Andreas Löbke
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