Meistens sind sie von Rosenkäfern. Die Käfer selber sind unverwechselbar, denn ähnliche Käfer findet man bei uns keine.

Sie gehoren zur Familie der Blatthornkafer (Scarabaeidae), wie z. B. die jedem bekannten Maikafer. Es gibt bei uns nur die Art Cetonia aurata L. Die Kafer sind bis 2 cm lang. Ihre Farbe ist metallisch-grun bis bronzefarben. Ihr Vorkommen reicht im gemassigten Klima von Europa bis nach China. Sie erscheinen ab April und sind haufig auf Bluten von Rosengewachsen, aber auch auf manch anderen Bluten. Sie fressen Blutenstaub und Nektar. Werden sie gestort, so fliegen sie gleich weg.

Weltweit gibt es von der Gattung Cetonia und Verwandten der Unterfamilie Cetoniinae wohl 3000 oder 4000 Arten, wovon die meisten in den Tropen vorkommen. Ihre Engerlinge leben in morschem Holz, Mulm oder Humus im Wald, so auch in Kompost. Sie ahneln denen der Maikafer. Letztere jedoch leben 20-40 cm tief in der Erde und fressen an den Wurzeln von vielerlei Pflanzen, wo sie manchmal betrachtlichen Schaden anrichten konnen.

In einem Komposthaufen gibt es viele Arten von Insekten und anderen Gliederfu.lern, sowie von Wurmern, Pilzen, Bakterien und Actinomyzeten, welche an der Zerkleinerung und Zersetzung der Pflanzenabfalle arbeiten.

Darunter findet man oft auch Engerlinge der Rosenkafer. Hier sind sie also sehr nutzlich. Sie konnen jedoch auch mal Probleme verursachen, und zwar, wenn der Kompost mit eventuell noch darin enthaltenen Engerlingen in Saatschalen, Topfe oder Fruhbeete kommt. Dann fressen sie auch, mangels geeigneter Pflanzenreste, an den Wurzeln der Samlinge oder der jungen Pflanzen, sodass diese nach und nach eingehen. Es heisst also aufpassen.

Gelegentlich kommen noch andere Engerlinge im Kompost vor, z.B. vom Balkenschroter (Dorcus parallelipipedus L., Familie Lucanidae), nahe verwandt mit dem Hirschkafer, seltener auch die etwas gro.eren Engerlinge vom Nashornkafer (Oryctes nasicornis L., Familie Scarabaeidae).

In den Tropen gibt es au.er den genannten Familien noch andere Engerlinge oder ahnliche Larven, z. B. von Zuckerkafern (Familie Passalidae) oder von Schwarzkafern (Familie Tenebrionidae). Die meisten leben in morschem Holz, und ernahren sich bevorzugt von verrottenden Pflanzenteilen und den darin gedeihenden Pilzen. Sie werden ihrerseits von Igeln, Maulwurfen, Spitzmausen, Reptilien, Vogeln und auch von Raubinsekten gefressen. Aber auch diese Rauber werden alle wiederum tot oder lebendig weiterverwertet. Recycling ohne Ende. In der Natur geht nichts verloren.

Wenn man im Kompost Engerlinge findet, sind es auf keinen Fall welche von Maikafern, denn die leben, wie schon oben gesagt, tief unter der Erde.

Also sind alle Engerlinge im Kompost nutzlich, und man sollte sie am Leben lassen, auch nicht in der Sonne liegen lassen, denn sie sind sehr empfindlich. Nur gehoren sie nicht in die Saaterde, wohl aber zuruck in den Komposthaufen.

Jos. Huberty

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