Terrasse und Balkon


Der Gemüsegarten auf Balkon und Terrasse

Gemüse als Topfkultur? Eine recht ungewöhnliche aber durchaus interessante Idee. Fast alle Gemüse können im Topf gezogen werden. Dafür gibt es aber ein paar grundlegende Regeln zu beachten.

Licht

Gemüse sind zumeist ein-bis zweijährige Pflanzen. Gegenüber Zimmerpflanzen brauchen sie sehr viel Licht, da sie sich in kürzester Zeit vom Keimling zur reifen Pflanze entwickeln. Eine Maispflanze braucht zum Beispiel nur 4 bis maximal 5 Monate, um vom Saatkorn zum reifen Maiskolben zu kommen. Das ist Rekordzeit für eine Pflanze, die immerhin bis zu 3 Meter hoch wird! Daher sind Versuche, Gemüse auf der Fensterbank zu ziehen, leider nicht oft von Erfolg gekrönt, da selbst die größten Fenster oft nicht genügend Licht an die Pflanzen lassen.

Hier also ein paar Tipps, wie man bei Lichtmangel seine Ergebnisse verbessern kann:

- Nicht zu früh säen Im zeitigen Frühjahr sind die Tage noch sehr kurz und oft auch nicht sehr sonnig. Dies bedeutet wenig Licht für die Pflanzen. Sät man das Gemüse später, wachsen sie dafür umso schneller und holen den Vorsprung einer frühen Saat oft leicht ein.

- Hilfsmittel benutzen, um die Lichtausbeute zu vergrößern

Man kann ein weißes Laken hinter die Pflanzen hängen oder eine Schicht hellen Sand in die Töpfe füllen; so kann mehr Licht an die Pflanzen reflektiert werden. Unter Umständen können sogar alte Spiegel hilfreich sein, um Sonnenlicht an die Pflanzen umzulenken.

- Zusatzbeleuchtung

Es gibt sogenannte Vollspektrum- oder Naturlicht-Leuchtstoffröhren, die den pflanzen zusätzliches Licht für die Photosynthese liefern können. Wer allerdings deren hohen Preis scheut, kann sich mit normalen Neon-Leuchtstoffröhren behelfen.

Diese Tipps kommen besonders in der Anzuchtszeit zum Tragen. Später, wenn die Gemüsepflanzen groß und stark sind, haben sie mehr Blätter und somit mehr Fläche für die Photosynthese. Dann sind auch noch die Tage lang, und so kommen die Pflanzen auch mit weniger Licht aus.

Wasser

Wenn man Gemüse in Töpfen zieht, muss man immer genügend Wasser geben, denn nicht nur wachsen die Gemüsepflanzen schnell, sondern haben sie auch im grössten Topf nicht viel Wasserreserve.

Im Gartenboden können die Pflanzen ihre Wurzeln tief in die Erde schicken, wo sie auch im trockensten Sommer noch Feuchtigkeit finden. Im Topf aber haben sie diese Möglichkeit nicht und bedürfen unabdingbar einer reglemäßigen Bewässerung. Anders gesagt, wenn die Pflanze nur gerade genug Wasser zum Überleben hat, kann sie keine große Ernteleistung erbringen. Dies bedeutet an heißen Tagen manchmal sogar zweimaliges Wässern pro Tag!

Nun gibt es verschiedene Bewässerungssysteme, die den Pflanzen, portionsweise die richtige Menge an Wasser zukommen lassen.

In Gartenfachgeschäften findet man batteriegetriebene Wasserprogrammierer, die an Tropfbewässerungsschläuche angeschlossen werden. Bei ständig offenem Wasserhahn lässt ein solcher Apparat nach dem Prinzip eines elektrischen Zeitschalters nur zu den eingegebenen Zeiten Wasser durch.

Eine preisgünstige Heimwerkervariante mit Recyclingaspekt ist die Getränkeflasche aus Plastik, deren Deckel mit kleinen Löchern vesehen wird. Man füllt die Flasche mit Wasser, verschließt sie mit dem gelöcherten Deckel und steckt sie umgedreht in den Topf. So entweicht das Wasser tröpfchenweise langsam aus der Flasche. Ganz wichtig hierbei ist noch, dass auch der Flaschenboden ein Loch braucht, damit beim Auslaufen des Wassers Luft in die Flasche nachströmen kann.

Frank Adams

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