Rübchen für Feinschmecker

Manche Gemüseart macht es einem ziemlich leicht, was zu ernten, wächst schnell und üppig. So eine ist Stielmus, ob im Frühbeet oder im Freiland. Ratz-fatz sind die Stiele fertig zum Schneiden.

Mittags gibt es Stielmusgemüse in Form der auf 2-3 cm geschnittenen Stiele. Noch vor einigen Jahren war Stielmus eigentlich nur in NRW ansässig, außerhalb kaum bekannt.

Seit nicht nur dort sondern allenthalben und selbst in Supermärkten dicke Bündel Stielmus angeboten werden, avanciert Stielmus mehr und mehr zu einem gängigen Frühjahrsgemüse.

Selbstverständlich baut man es auch im Garten an, aber auch dort nicht mehr das alte Stielmus, dem man vorm Kochen die Blätter abzupfen muss, sondern vorwiegend das neuere Blattstielgemüse, das ergiebiger ist und dessen Blätter teilweise mitgegessen werden.

Nun aber aufgepasst: Bei dieser Entwicklung bleiben Mairüben auf der Strecke. Blattstielgemüse - und das wissen viele Gartenbesitzer nicht -, bildet nämlich keine Rüben wie traditionelles Stielmus.

Wer früher Rüben haben wollte, ließ Stielmus einfach länger stehen, dünnte wohl auch etwas aus, so dass Rüben wuchsen.

Wer heute Rüben haben möchte, sät von vornherein bestimmte Sorten, so die ganz weiße ‚Market Express‘ oder die rotköpfige ‚Primera‘.

Rübchen sät man möglichst früh eventuell schon im Februar/März ins Frühbeet, in Folientunnel oder ins Freiland, sowie der Bodenzustand das zulässt, also die Erde genügend abtrocknete und sich bereits etwas erwärmte.

Bei flottem Kulturverlauf beginnt die Ernte schon 60 Tage nach der Saat, sowie die Rübchen etwa 5 cm groß sind. Ausgewachsen sind sie ungefähr 15 cm groß. Auf jeden Fall sollen sie zügig wachsen.

Dazu muss die Erde humos, locker, nährstoffreich und genügend feucht sein. Bei Frühjahrstrockenheit ist zu wässern, auch wegen der Erdflöhe, die sich sonst gern über die zarten Blätter hermachen.

In den Saatreihen müssen die jungen Pflanzen bald nach dem Auflaufen auf etwa 15 cm verzogen werden. Man kann gar nicht so dünn säen, als nicht nötig wäre, sich darum zu kümmern.

Immer sollen die Rüben wie gesagt flott wachsen, damit sie saftig und zart sind, dabei eine Spur süßlich mit milder Schärfe schmecken. Man isst sie roh als Salat, gedünstet, geschmort und gegrillt. In jedem Fall sind die Rübchen delikat, dabei kalorienarm, man kann mit Genuss essen.

Ilse Jaehner

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