Bei einem Waldspaziergang ist mir erstmals der Salomonssiegel aufgefallen, der mir sehr wohl als Gartenpflanze bekannt ist und von dem ich auch wusste, dass er hier heimisch ist. Aber bislang habe ich diese Pflanze noch nie in „freier Wildbahn“ gesehen. Vielleicht habe ich auch noch nie richtig acht gegeben. Jedenfalls war dieser Waldspaziergang durch die Entdeckung des Salomonssiegels ein richtiges Erlebnis.

Den Salomonssiegel (auch Weißwurz genannt) findet man in der Abteilung der Wildstauden im Handel an, was darauf hindeutet, dass er eben auch in der Natur vorkommt. Am Naturstandort, trifft man den Weißwurz in Buchen/Eichenmischwäldern an. Er liebt schattige bis halbschattige Standorte mit frischen und humusreichen Böden. Die weißen Blüten sitzen in den Blattachseln und hängen wie Glöckchen nach unten, während die Blätter nach oben hin abstehen.

Wildstauden und somit auch der Salomonssiegel weisen im Gegensatz zu ihren exotischeren Gartenkollegen eine gewisse Robustheit gegen die hiesigen Wetterbedingungen auf. Winterfröste machen diesen Pflanzen wenig aus und an der richtigen Stelle gepflanzt überdauern sie mehrere Jahre.

Trotz der Robustheit gegen die Wetterkapriolen gibt es einige Schädlinge die den Salomonssiegel als Festschmaus betrachten, z. B. die Nacktschnecke oder auch gewisse Raupen.

Der Salomonssiegel ist eine Giftpflanze und aus den Blüten entwickeln sich später blaue Beeren, die giftig sind und nicht verzehrt werden sollten. Alternativ kann auch auf Hybride, Kreuzungen zurückgegriffen werden wie beispielsweise Polygonatum x hybridum ’Weihenstephan’, dieser bildet kaum noch Früchte aus.

Kombiniert werden kann der Salomonssiegel mit anderen schattenverträglichen Stauden wie beispielsweise Funkien, Farnen, Maiglöckchen oder auch Frauenmanteln (Alchemilla) und füllt somit die eher problematischen Standorte im Schatten von Gehölzen oder Mauern auf.

Aus Naturschutzgründen sollten Wildpflanzen nicht in der freien Natur ausgegraben werden um die heimischen Bestände zu erhalten und zu schützen. Außerdem wollen sich ja auch noch andere Spaziergänger an der heimischen Flora erfreuen.

Mit dem Entschluss heimische Pflanzen im Garten anzusiedeln, lässt man ein Stück Natur ins Gartenreich. Vor allem auch aus dem Grund, dass heimische Pflanzen Nahrung und Unterschlupf liefern für zahlreiche Nützlinge und Insekten, die wiederum Pflanzenschädlinge vernaschen.

Nadine Weirich

Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

Zum Seitenanfang