N

Für den Menschen manchmal lästig, dennoch wichtiger Bestäuber und Schädlingsfresser

Nicht alle Wespen sind gleich

Summt ein schwarz-gelb gestreiftes Tierchen um uns herum, handelt es sich ganz klar um eine Wespe, klar. Klar ist aber nur, dass wir dabei mehrere 100 Arten in einen Topf schmeißen. Es gibt etwa 300 Solitärwespen, d. h. einzeln lebende Arten, die nur wenig auffallen. Sie bauen einzelne verschlossene Brutzellen in Holzröhren, Lehm, Fensternischen oder sogar ganze Lehmkonstruktionen, in die sie ihre Eier mit geeignetem Futter für die Larven ablegen.

Die Larven entwickeln sich dann meist über das ganze Jahr, um im darauffolgenden Jahr selbst den Zyklus von vorne zu beginnen. An geeigneten Nistplätzen leben die Einzeltiere in Kolonien beieinander, bilden aber kein zusammengehöriges Volk. Allgemein werden Vertreter aus 9 Arten als Wespe bezeichnet. Diese sind die wenigen sozialen Wespenarten, die zusammen in großen Nestern leben und Staaten bilden. Die sozialen Arten unterscheiden sich durch Form und Größe des Nestes, Neststandort, Verhalten und Lebensdauer. Die meisten dieser Arten sind recht friedlich, und bis auf 2 Arten darunter naschen sie nicht an unserem Essen und kommen uns so auch nur selten in die Quere.

 

Zusammenleben mit Wespen

Meist werden die Nester erst spät im Sommer bemerkt, wenn die Staaten schon ihre maximale Größe erreicht haben. Je nach Art sterben die Völker dann ohnehin bald ab. Aber sogar mit den „lästigeren“ Arten lässt sich zusammenleben, wenn man einige Verhaltensregeln und Vorsichtsmaßnahmen beachtet.



  • Vermeiden Sie hektische und panische Bewegungen.
  • Ist eine Wespe in Ihre Kleidung oder Haare gekrabbelt, bewahren Sie Ruhe und lassen sie hinauskrabbeln.
  • Pusten Sie Wespen nicht an, das CO2 in der Atemluft bedeutet für sie Gefahr.
  • Rütteln Sie nicht an den Nestern und sprühen Sie kein Wasser hinein.
  • Verhindern Sie durch Absperrungen oder ähnliches, Erschütterungen am Nest, z. B. durch Bälle beim Spielen.
  • Verstellen Sie nicht die Flugbahn der Wespen zum Einflugloch.
  • Bei bestimmten Wetterlagen, z. B. Gewitter steigt die Aggressivität der Wespen.
  • Essen und Getränke im Freien sollten immer möglichst abgedeckt sein und nicht ohne hinschauen gegessen und getrunken werden. Trinken Sie aus Strohhalmen. Kinder sollten nie unbeaufsichtigt draußen essen oder trinken.

Das Entfernen eines Nestes schützt nicht vor Wespen am Kaffeetisch, da auch Wespen entfernter Nester herumfliegen. Das meist eingesetzte Gift schadet außerdem nicht nur den anvisierten Wespen, sondern auch anderen Insekten und den Menschen.

Häufig können einfache Eingriffe das Zusammenleben sehr vereinfachen, zum Beispiel die Umleitung des Abfluges vom Nest durch Stoffbahnen oder die Verlegung des Einfluges durch ein Plastikrohr. In manchen unerträglichen Fällen oder wenn jemand allergisch auf Wespengift ist, kann ein Nest als Ganzes umgesiedelt werden, ohne es abzutöten. natur&ëmwelt bemüht sich Berater und Umsiedler zu vernetzen und weiterzubilden. Bei Problemen und Fragen rund um Wespen oder Nester an Ihrem Haus, rufen Sie uns an!


Lea Bonblet

natur&ëmwelt a.s.b.l.

Zum Seitenanfang