Bemerkenswerte Pflanzen in der Ackerbauschule (58)

Die Strauch-Rosskastanie – Aesculus parviflora


Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei der aus dem südöstlichen Nordamerika stammenden Pflanze um eine strauchartig wachsende Rosskastanie. Die schlanken, etwas sparrig wirkenden Triebe wachsen straff aufrecht und sind mit nur 6 m Höhe gegenüber anderen Arten dieser Gattung relativ klein.

Die eleganten, langgestielten Blätter leuchten beim Austreiben bronzerot, wechseln dann zu einem saftigen grün, bis sie schlussendlich in einer prächtigen, goldgelben Herbstfärbung ihren Höhepunkt finden.

Es sei erwähnt, dass die Blätter der Strauch-Rosskastanie, gegenüber der Kastaninienminiermotte resistent sind. Der Zierwert dieses Gehölzes wird durch die späte Blütezeit, die von Juli bis tief in den August andauert, gesteigert.

Der Artenname parviflora bedeutet armblütig, dieses heißt jedoch nicht, dass das Gehölz nur wenig blüht, sondern dass die Blütenblätter der Einzelblüte sehr klein sind. Dieses kleine Manktum wird jedoch durch den üppigen Blütenansatz und den vielen, sehr langen und dünnen Staubblätter aufgehoben.

Die endständigen, von unten nach oben langsam aufblühenden, grazilen Blütenrispen können eine Länge von 30 cm erreichen. Gegen Abend fangen die Blüten an zu duften, dieses liegt daran, dass die Blüten von Nachtschmetterlingen bestäubt werden. Wenn dieses Gehölz zu schattig steht werden keine Blüten angesetzt.

Nach den Blüten erscheinen die Früchte an den Rispen. Die Fruchthülle ist anders wie bei der Rosskastanie, nicht mit Stacheln besetzt sondern kleiner und ganz glatt. Aesculus parviflora ist ein sehr anpassungsfähiges Gehölz, obwohl lichter Schatten vertragen wird bevorzugt sie einen sonnigen Standort auf frischem, gut durchlässigen und nahrhaften Boden.

Bei der Planung muss beachtet werden, dass sie sich stark durch unterirdische Ausläufer ausbreitet und im Alter Dickichte von bis zu 10 m Breite erreichen kann. Für kleine Gärten ist dieses Gehölz dementsprechend nur bedingt geeignet, jedoch kann sich der Gartenplaner in größeren Gärten oder in Parks das Wuchsverhalten zu Nutze machen, in dem die Strauch-Rosskastanien als Solitärpflanze oder als raumgliederndes Element mit eingebracht wird.

Tom Stein


LTA

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