Beginnen beim Stein- und Beerenobst die Knospen zu schwellen, so ist es ein Zeichen dafür, dass der Trieb beginnt. Darum sollte an diesen Gehölzen kein Schnitt mehr vorgenommen werden. Durch zu späte Schnitte gehen den Pflanzen bereits in die Triebe verlagerte Wuchs- und Nährstoffe verloren, was für sie eine erhebliche Schwächung bedeutet.

Bei mildem, trockenem Wetter wird der Schnitt an den Birn- und Apfelbäumen, die erfahrungsgemäß später treiben, weiter durchgeführt. Die Bedeutung einer sorgfaltigen Wundbehandlung für die Gesunderhaltung der Bäume ist nicht zu unterschätzen. Um das Eindringen von krank machenden Erregern zu verhindern, ist eine sorgfältige Wundbehandlung mit Wundverschluss vorzunehmen.

An Apfelbäumen sind vom Mehltau infizierte Triebspitzen (äußere graue Verfärbung, verkrümmtes Triebende, aufgelockerte Knospen) und Fruchtmumien sowie kranke und tote Äste sorgfältig abzuschneiden bzw. zu entfernen. Fruchtmumien sowie kranke Holzteile sind zu sammeln und aus dem Bereich des Gartens zu bringen.

Gesundes Schnittholz kann dagegen unter den Obstbäumen liegen bleiben, um Hasen und Kaninchen vom Benagen der Baumstämme abzuhalten.

Der Wurzelhals der Obstbäume ist von Laub, angeworfener Erde und anderen Ablagerungen sowie Unkraut zu befreien. So kann der untere Stammteil nach Niederschlägen schnell abtrocknen. Diese einfache Maßnahme verhindert Infektionen durch die Kragenfäule u.a. holzzerstörende Pilze.

Der Amerikanische Stachelbeermehltau ist nur durch eine jährlich zu wiederholende kombinierte Behandlung zu bekämpfen. Dies geschieht durch Rückschnitt der befallenen Triebspitzen im Winter, die in unbelaubtem Zustand gut an der Verkrümmung, dem Stauchewuchs und der dunklen Verfärbung der Rinde zu erkennen sind.

In vielen Gärten stehen Obstbäume in Rasenflächen, die im Sommer des öfteren gedüngt werden. Beim Wässern der Rasenfläche gelangen abgeschwemmte Düngemittel zwangsläufig in den Wurzelbereich der Obstbäume. Da der Nährstoffbedarf der Obstgehölze wesentlich geringer ist als der des Rasens, kommt es bei diesen zu einer Überversorgung mit unerwünschten Nachwirkungen (zu starke Triebigkeit, Verzögerung der Holzreife, Stippigkeit, erhöhte Anfälligkeit für Schadpilze u.a.m.). –Um ein Überangebot an Nährstoffen im Baumbereich weitgehend zu vermeiden, sollte eine große Baumscheibe angelegt werden, die bei der Rasendüngung ausgespart wird.


G. Huber

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