Auch Kopfkohl kann im Topf bei richtiger Pflege gelingen.


Gemüse als Topfkultur? Eine recht ungewöhnliche aber durchaus interessante Idee. Ein paar Kräuter hat vielleicht schon so mancher auf seiner Fensterbank, aber wie wär’s denn einmal mit Salat, Kohlrabi, Tomaten, Zwiebeln, Möhren oder sogar Kartoffeln? Fast alle Gemüse können im Topf gezogen werden. Dafür gibt es aber ein paar grundlegende Regeln zu beachten.

Vor – und Nachteile im Überblick:

Zum Abschluss der Artikelreihe geht es um eine Abwägung zwischen den Vor- und Nachteilen der häuslichen Topfkultur. Die Nachteile scheinen dabei in der Minderzahl zu sein und müssen dabei sogar noch relativiert werden.

Der erste Negativpunkt besteht darin, dass man viel Erde transportieren muss, um seinen Terrassengarten zu füllen. Das ist ein Nachteil, aber, wenn man’s richtig macht und seine Erde gut pflegt, hat man diesen Arbeitsaufwand nur einmal.

Der zweite Nachteil ist der, dass man Topfkulturen sehr viel öfter wässern muss als Gartenkulturen und feste Gießzeiten einhalten muss. Mittlerweile bestehen automatische Bewässerungstechniken (zum Teil sogar ganz preisgünstige), die sogar eine längere Abwesenheit des Hausgärtners zulassen.

Nachteil nummer drei ist die kleinere Ernte, die man bei der Topfkultur einfährt. Aber auch dies ist eine Frage des Know-how. Wie schon beschrieben lautet die Formel: genügend Erde, Licht, Wasser und Düngung bringen auch gute (bis sehr gute) Ergebnisse. Darüber hinaus ist jede Ernte, auch die im Garten, immer eine Platzfrage. Pflanzen, die zu eng stehen, bringen auch im Garten keine guten Erträge.

Nachdem jetzt also schnell einmal alle Gegenargumente entkräftet worden sind, kommer wir zur Wiederholung der Vorteile:

Vorteil Nummer eins ist schon so etwas wie eine Standardformel im privaten Gartenbau: “Eigenes Gemüse; da weiß man, was drin ist !”

Dann kommt der Aspekt der Nähe: Gemüse auf Balkon oder Terrasse – Näher und direkter geht es nicht. Dazu kommen auch schnell die Punkte zu Pflege und Kontrolle: leichteres Wässern, Krauten, Düngen als im Garten und auch leichterer Pflanzenschutz, da man ja alles direkt vor der Nase hat und das auch noch in angenehmer Arbeitshöhe (“Weniger Bücken erfreut den Rücken!”).

Nach einer längeren Flaute Zeit in der Schrebergartenkultur träumen heute viele Leute wieder davon Gemüse im eigenen Garten zu kultivieren, besonders junge Familien mit Kindern. Unsere moderne Konsumgesellschaft hat gerade in den letzten20 Jahren immer deutlicher auch ihre Schattenseiten offenbart, und dies eben besonders auf dem Nahrungsmittelsektor.

Konkrete Schritte zu machen um einen Garten zu finden, anzulegen und zu kultivieren, wird nun aber oft durch verschiedene ungünstige Faktoren und Bedingungen erschwert. Gartenarbeit lässt sich scheinbar nur schwer in ein modernes stätdtisches Berufs- und Familienleben integrieren.

In einem solchen Kontext könnte die Topfkultur eine gute Alternative zum Garten darstellen oder auch ein “Übungsplatz” sein, bevor man den Schritt zum eigenen Garten wagt.

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