Gemüse als Topfkultur? Eine recht ungewöhnliche aber durchaus interessante Idee. Ein paar Kräuter hat vielleicht schon so mancher auf seiner Fensterbank, aber wie wär’s denn einmal mit Salat, Kohlrabi, Tomaten, Zwiebeln, Möhren oder sogar Kartoffeln? Fast alle Gemüse können im Topf gezogen werden. Dafür gibt es aber ein paar grundlegende Regeln zu beachten.

Pflege und Pflanzenschutz:
1. Pilzkrankheiten (Mykosen)

Pilzkrankheiten sind im Gartenbau ein recht häufig auftretendes Problem. Einige dieser Mykosen treten nur sporadisch auf, wenn die Witterungsbedingungen für sie günstig und die Kulturpflanzen eine gewisse Schwäche oder Anfälligkeit aufweisen. Diese Pilze siedeln sich dann auf oder unter den Blättern an; andere sind leider etwas hartnäckiger, denn sie zirkulieren in der Pflanze in den Leitbahnen, und ihre Sporen überdauern im Boden. Wenn man in seinen Topfkulturen erst einmal die so genannten bodenbürtigen Pilzkrankheiten hat, dann gibt es ein Problem.

Paradebeispiel ist hier die und Kraut- und Fruchtfäule bei Tomaten. Sobald die Nächte hier in Luxemburg ein bisschen kälter werden (leider schon im Laufe des Sommermonats August!), besteht erhöhte Phytophtora-Gefahr. So mancher Gärtner hat wegen dieser Krankheit schon den Tomatenanbau aufgegeben. Bei Phytophtora heißt es also, entweder die Erde wechseln oder sterilisieren oder keine Tomaten mehr anbauen......

Bevor wir mit dem schlimmsten Szenario weitermachen, zunächst erst einmal eine kleine Liste von vorbeugenden Maßnahmen gegen Pilzkrankheiten:

- Saatgut von resistenten oder zumindest toleranten Sorten verwenden

- Genügend Standweite (Platz) zwischen den Pflanzen lassen, so dass die Luft gut zwischen ihnen zirkulieren kann

- Möglichst nicht zu viel abends gießen, da sonst die pilzfördernde Feuchtigkeit über Nacht auf den Pflanzen bleibt

- Pilzhemmende Mittel mit ins Gießwasser geben (Knoblauch- oder Schachtelhalmtee, Holzasche oder – kohle, Gesteinsmehl (Betonit)

- Mit pro-biotischen Mikroorganismen angereicherte Pflanzenjauche verwenden (siehe letzter Artikel, im Handel auch unter dem Namen “EM” zu kaufen).

Diese Maßnahmen können natürlich auch bei schon bestehendem Pilzbefall fortgesetzt werden. Dazu kommt dann noch das Entfernen befallener Blätter, vermindertes Gießen und auch eine gewisse Akzeptanz des Phänomens, da die Anwendung von chemischen Fungiziden oder von Kupfer-Präparaten wegen des Risikos der Ansammlung in der Topfkultur besser unterlassen werden sollte. Immerhin soll die Toprferde ja möglichst lange benutzt werden und die Pflanzen zum menschlichen Verzehr dienen.

Zurück zur berühmt-berüchtigten Phytophtora:

Was die in der Erde befindlichen Sporen angeht, so kann man für das nächste Jahr entweder die Erde wechseln oder in ihr andere Gemüsearten anbauen, die nicht von der Fäule befallen werden.

Eine etwas aufwendigere Möglichkeit ist die der Bodensterilisierung. Hierfür muss die Erde während einer halben Stunde auf 150 – 200 ° C gebracht werden, um die Pilzsporen sicher abzutöten. Dies kann zum Beispiel in einem Backofen in einem hitzebeständigem Behälter geschehen. Die leeren Gefäße können dabei dann mit Haushalts-Essig gewaschen und so keimfrei gemacht werden.

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