Ein im Handel erhältliches Anzuchtgewächshaus.

Gemüse als Topfkultur? Eine recht ungewöhnliche aber durchaus interessante Idee. Ein paar Kräuter hat vielleicht schon so mancher auf seiner Fensterbank, aber wie wär’s denn einmal mit Salat, Kohlrabi, Tomaten, Zwiebeln, Möhren oder sogar Kartoffeln? Fast alle Gemüse können im Topf gezogen werden. Dafür gibt es aber ein paar grundlegende Reglen zu beachten.

Welches Gemüse, welche Sorten?

Die meisten Gemüse (und alle Kräuter sowieso) können auch in Töpfen kultiviert werden. Einige Arten sind aber als (fast) unmöglich einzustufen: Praktisch unmöglich im Topf zu kultivieren ist zunächst einmal der Mais, es sei denn, man hat eine große Anzahl von Pflanzen. Mais ist nämlich ein Windbestäuber und hat dann auch noch getrennte männlich und weibliche Blüten. Der Pollen einer Pflanze muss auf die Samenanlagen einer anderen Pflanze transportiert werden, und die Befruchtung, die dann zur Ausbildung der Maiskolben führt, funktioniert nur in einem Pflanzenverband. Anders gesagt: von einer Pflanze kann man keine Kolben ernten, und auch bei fünf Pflanzen ist die Chance dafür noch recht gering.

Sehr schwierig ist auch der Kürbis, da er meistens erst einmal sehr lange Triebe mit ausschließlich männlichen Blüten ausbildet, bevor er dann zum Fruchtansatz kommt. Er wird also schnell über den Topfrand hinauswachsen und dann sehr viel Platz in Anspruch nehmen. Bei Zucchini gibt es hingegen nicht rankende Sorten. Bei entsprechend großen Gefäßen, kann eine Kultur gelingen. Allerdings muss man auch hier den Platzbedarf der riesigen Blätter mit einkalkulieren.

Bei der Kartoffel kann man keine großen Erträge erwarten, wenn man sie zum Beispiel in einem Eimer kultiviert. Trotzdem ist die Kartoffel gut für die Topfkultur geeignet, da sie hübsch aussieht, einfach und ohne zusätzlichen Aufwand wächst und bei der Ernte einen besonders für Kinder interessanten Überraschungseffekt hat. Die Regel hierbei lautet:

Je mehr Stängel im Topf wachsen, um so mehr Kartoffeln wird man ernten. Diese werden aber recht klein ausfallen aufgrund des Platzmangels im Topf. Ein oder zwei Stängel pro 12-Liter Eimer hingegen geben wenige aber dafür größere Kartoffeln. Die Mini-Knollen-Variante ist aber trotzdem interessant, da man so „Delikatess-Kartoffeln“ erhält, die man mit der Schale zubereitet. Für Kenner sind dies ohnehin die besten Kartoffeln…

Bei Möhren sollte man eher die schnell wachsenden Sorten wählen, die eine Kulturdauer zwischen 60 und maximal 90 Tagen haben. Es gibt sie als „Fingermöhren“ (lang und dünn), in kurzer, stumpfer Form, so wie als runde Möhren vom Pariser Typ. Sie werden wie Radieschen kultiviert und gegessen.

Bei Bohnen hat man die Wahl zwischen Busch- und Stangenbohnen. Stangenbohnen bieten auf der gleichen Fläche einen mehrfach höheren Ertrag als Buschbohnen, brauchen dafür natürlich aber auch viel mehr Platz in der Höhe. Mit Rankhilfen wie Drahtgitter oder Maschendraht werden Stangenbohnen dazu noch zu einem sehr dekorativen Sichtschutz. Da Stangenbohnen bei ihren vielen Blättern auch viel Wasser verdunsten, müssen sie an heißen Tagen unbedingt immer genügend gewässert werden.

Zwiebeln und Knoblauch haben den Vorteil, dass man sie als Steckzwiebeln, bzw. Zehen einfach in den Boden steckt und man sich so die Aussaat bzw. Anzucht sparen kann (siehe nächster Artikel). Die Knoblauchzehen können dabei sogar schon im Herbst (Oktober, November) gesteckt werden, wenn nach den Sommerkulturen wieder ein paar Töpfe frei sind.

Kleine, schnell wachsende Gemüsearten wie Kohlrabi, Radieschen, Salate und Kräuter sind relativ einfach zu kultivieren. Wie in einem der vorigen Artikel schon gesagt, hängt eine erfolgreiche Kultur aber immer hauptsächlich von genügend Licht und Wasser ab.

Eine Gurkenplanze im Baueime mit vielen Früchten


Frank Adams

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