Herstellung von Pflanzenjauche im Einmachglas.

Gemüse als Topfkultur? Eine recht ungewöhnliche aber durchaus interessante Idee. Ein paar Kräuter hat vielleicht schon so mancher auf seiner Fensterbank, aber wie wär’s denn einmal mit Salat, Kohlrabi, Tomaten, Zwiebeln, Möhren oder sogar Kartoffeln? Fast alle Gemüse können im Topf gezogen werden. Dafür gibt es aber ein paar grundlegende Reglen zu beachten.






Pflanzenjauche

Die Düngungsfrage nimmt in dieser Artikelreihe sehr viel Platz ein und dies zu Recht. Wie eingangs beschrieben, geht es ja darum, die Erde in den Töpfen, Eimern und Bütten nicht regelmäßig wechseln zu müssen, sondern sie immer wieder aufzudüngen, damit sie fruchtbar bleibt.

Die Fruchtbarkeit hat hierbei zwei Aspekte: Einerseits müssen dem Boden die mit der Ernte der Gemüsepflanzen entzogenen Nährstoffe zurück gegeben werden, andererseits geht es aber auch darum, den Boden lebendig zu halten. Dies bedeutet, dass man die Erde nicht nur als eine Materie sehen sollte, in der sich die Pflanze verankert und über die sie Wasser und Nährstoffe aufnimmt. Ein aktives, hauptsächlich aus Mikroorganismen bestehendes Bodenleben ist ebenfalls notwendig für ein gutes Pflanzenwachstum, und zwar damit sich keine Krankheiten und Schädlinge ausbreiten können.

Kompost ist ein gutes Mittel, um den Boden nicht nur mit Humus und Nährstoffen sondern auch mit Mikroorganismen zu versorgen. Darüber hinaus kann man auch noch gegorene Pflanzenjauche selbst herstellen, die ebenfalls nicht nur eine Nährstoffquelle darstellt, sondern den Boden auch mit Mikroorganismen ‘impft’.

Herstellung

Für die Pflanzenjauche kann man Wildkräuter wie Brennnessel, Rainfarn, Wermut, Schachtelhalm und viele andere verwenden und noch Kohlblätter und Zwiebelschalen hinzufügen. Für die Gärung ist es dabei wichtig, nur luftdicht verschließbare Behälter zu nehmen. Da man für die Balkon- und Terrassenkultur natürlich nicht so große Mengen an Jauche braucht, kann man zu ihrer Herstellung große Einmachgläser mit Gummiring nehmen. Über den Gummiring kann der bei der Gärung entstehende Druck entweichen.

Man gibt also Kräuter und Gemüseblätter so dicht gepackt wie möglich in das Gefäß, am besten in leicht angewelkter Form, damit sie sich leichter zusammen pressen lassen, und füllt es dann mit (Regen-)Wasser auf. Bevor man dann den Deckel verschließt, kann man frischen, nicht pasteurisierten Sauerkrautsaft hinzufügen, der reich an Milchsäure-Bakterien ist, die die Gärung in Gang setzen und es auch anderen probiotischen Mikroorganismen erlauben, sich zu vermehren.

Nach dem Verschließen sollte das Gefäß so aufgestellt werden, dass weder Licht noch übermäßige Wärme an das Gärgut kommen können.

Anwendung

Nach 3 bis 4 Wochen ist die Jauche dann anwendbar. Dabei wird sie auf mindestens 1:10 mit Wasser verdünnen. Man kann sie dann zum Beispiel einmal pro Woche zusammen mit dem normalen Gießwasser ausbringen.

So eine Pflanzenjauche ist ein wahrer ‘Cocktail’ aus Nährstoffen und Mikroorganismen, der den Boden nicht nur düngt, sondern auch lebendig hält. Wenn ein Boden viele probiotische, also Lebensprozesse fördernde Mikroorganismen enthält, dann können sich Schadorganismen wie zum Beispiel Pilzkrankheiten oder Wurzelläuse nicht so leicht ausbreiten.

Herstellung von Pflanzenjauche im 2l-Einmachglas


Frank Adam

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