Maulwurfserde aus Ausgangsmaterial für die Topfbefüllung.

Gemüse als Topfkultur? Eine recht ungewöhnliche aber durchaus interessante Idee. Ein paar Kräuter hat vielleicht schon so mancher auf seiner Fensterbank, aber wie wär’s denn einmal mit Salat, Kohlrabi, Tomaten, Zwiebeln, Möhren oder sogar Kartoffeln? Fast alle Gemüse können im Topf gezogen werden. Dafür gibt es aber ein paar grundlegende Reglen zu beachten.

Erde und Düngung

Wenn man dann den richtigen Platz auf Balkon oder Terrasse gefunden hat und auch Töpfe und Saatgut bereit stehen, ist erst einmal Schwerstarbeit angesagt. Es muß Erde herangeschafft werden, und davon je nach Größe des Projektes entsprechend viel.

Aber keine Angst, bei der richtigen Pflege kann diese Erde dann jedes Jahr wieder benutzt werden.

Welche Erde soll man also nehmen?

Im Garten-Fachhandel gibt es Erde auf Torfbasis für Aussaaten (nährstoffarm) und fürs Topfen (aufgedüngt). Wer auf mineralische Industriedünger verzichten will, kann mit Tiermist aufgedüngte Erde kaufen. Man kann auch, wenn man Wiesenbesitzer als Freunde hat, Maulwurfshügel einsammeln und sie als Ausgangsmaterial für seine Topferde nehmen. Zum Aufdüngen kann man sich dann zum Beispiel den (in einigen Gemeinden sogar kostenlosen) Kompost aus Kompostieranlagen besorgen, der zum Teil hohe Nährstoffgehalte aufweist. So nimmt man pure Maulwurfserde zum Aussäen und eine 50/50 Mischung mit Kompost zum Topfen.

Auch bei der Erde hat man also zwei Möglichkeiten: Entweder man kauft, was man braucht, oder man macht es selbst.

Wie sieht es mit der Düngung aus?

Der richtige Anteil an nährstoffreichem Kompost stellt so in etwa die Grunddüngung dar. Später, wenn die Pflanzen dann wachsen und grösser werden, muß man bei bestimmten Pflanzenarten dann ein bis mehrere Male aufdüngen.

Wir haben schon gesehen, daß Gemüse wahre Hochleistungspflanzen sind. Genau wie Schwerstarbeiter und Profisportler brauchen sie also auch eine ausreichende Ernährung.

So brauchen so genannte Starkzehrer wie Tomaten und Kohl schon eine gewisse Menge an Dünger, bei Mittelzehrern wie Porree und Bohnen kommt man mit weniger aus; Schwachzehrer wie Salat und Radieschen können einfach vor oder nach einer starkzehrenden Hauptkultur ohne weitere Düngung kultiviert werden.

Die zusätzliche Düngung, die während der Kultur gegeben wird, heisst im Fachjargon Kopfdüngung. Hierfür eignet sich am besten Flüssigdünger. Den gibt es ebenfalls im Fachgeschäft in ‘synthetischer’ oder ‘biologischer’ Ausführung.

Wie oft soll nun also aufgedüngt werden? Man kann dies regelmässig und vorbeugend machen, zum Beispiel eine kleine Dosis jede Woche. Man findet hierfür Anwendungsanweisungen auf der Dünger-Packung. Man kann aber auch ‘nach Bedarf’ düngen, das heisst, wenn man sieht, dass die Blätter der Pflanzen anfangen, ein bisschen zu hellgrün zu werden oder gelbe Ränder bekommen.

Wichtig ist, bei der Düngung nicht zu viel des Guten zu tun. Wenn man beim Düngen zu großzügig ist, kann man am Ende zuviel Nitrat im Gemüse haben, und das sollte man aus gesundheitlichen Gründen besser vermeiden.


Frank Adams

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