Dieses kleine Teufelchen erscheint hin und wieder, nimmt einem jede Freude am Gärtnern und vor lauter Unzufriedenheit beginnt man in Gartenzeitschriften und im Internet zu stöbern.

Schaut sich auf den Seiten der Staudengärtnereien um und wagt auch mal einen Blick ins Ausland. Typischerweise kommt man dann nicht wirklich an England vorbei. Es scheint hier besonders viele tolle Gärten zu geben und irgendwie kommt einem vor, dass den Engländern, Schotten und Iren der grüne Daumen mit in die Wiege gelegt worden ist.

Die Gartenbilder der berühmten „English border“ (Blumenbeete) vor einer Hecke oder Mauer eingefasst von saftig grünem englischen Rasen, lassen die Gartenfreunde ins Träumen geraten und genau „so was“ wollen sie anschließend in ihrem Garten haben. Der Plan für das kommende Gartenjahr nimmt demnach langsam interessante Formen an.

Die Freude dieser Kopie des „double border“ im eigenen Garten währt aber nicht immer so lange wie gewünscht, der englische Rasen sieht wenig vornehm aus und die Blumen im Beet welken munter vor sich hin. Wieso klappt das bei uns nicht immer? Tja, das Geheimrezept der englischen Gärtner ist das Klima! Während bei uns eine Vielzahl an Pflanzen nicht winterfest ist, brauchen sich die Gärtner in England wenig Sorgen zu machen, viele Pflanzen überstehen die milden Winter einfach besser als wie bei uns. Damit ist dann auch das Geheimnis der oftmals exotischen Pflanzen wie zum Beispiel der Palmen in den Englischen Gärten geklärt.

Wir haben hin und wieder das Gefühl, dass es bei uns einfach nicht mit regnen aufhört, doch in England ist der jährliche Niederschlag noch höher was dazu führt, dass es beispielsweise Farne in der prallen Sonne neben Palmen aushalten wie auf der Abbildung sichtlich.

Auch für den berühmten englischen Rasen ist der Regen essentiell, fällt der aus, muss beregnet werden. Dies wiederum führt in unseren Breitengraden zu einem Problem, denn auch mit dem Wasser sollte nachhaltig umgegangen werden. Außerdem, wer hat denn schon die Muße, fast jede Woche zu mähen? Denn dies verlangt der Englische Rasen damit er dicht und kompakt bleibt.

Zum Schluss bleibt noch festzuhalten, dass es nicht unmöglich ist, in unseren Breitengraden schöne Blumenbeete anzulegen die es locker mit den englischen Vorbildern aufnehmen können. Hierzu braucht man jedoch etwas Geschick und Pflanzenkenntnis und man muss die klimatischen Bedingungen akzeptieren und die Pflanzenwahl daran anpassen.

Beachtet man dies, erspart man sich sehr viel Mühe und wird trotzdem durch schöne Blumenbeete belohnt.

 

Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

Nadine Weirich

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