So schön färben sich die Blätter der Nidularie, halten das monatelang durch. Die hellen Punkte im Blatttrichter sind Blüten.

Auch eine Art Weihnachtsstern

Manche Ananasgewächse zeichnen sich ebenfalls durch attraktive Hochblätter aus, so Nidularien und Neoregelien. Die ähneln sich zum Verwechseln, doch gibt es untrügliche Kennzeichen.

Nidularien wie die im Bild gezeigte haben Blätter, die spitz auslaufen, Neoregelienblätter abgerundete Enden. Der Blütenstand von Nidularien ist zusammengesetzt, kenntlich an den Hochblättern, die sich zwischen ihnen bilden. Bei Neoregelien drängelt sich nichts zwischen die einzelnen Blüten des Blütenstandes.

Den Blütenstand einer Nidularie wollen wir ein wenig genauer anschauen. Er entwickelt sich in der zentralen Mitte des Blatttrichters. Die Blüten sitzen tief in diesem Trichter, so als ob sie „abgesoffen“, steckengeblieben wären. Doch das stimmt nicht.

Nidularien und übrigens auch Neoregelien blühen nistend. Der Blütenstand bildet sich unter Wasser, jedenfalls, wenn man das Gießen richtig handhabt, dafür sorgend, dass der Blatttrichter (Blattzisterne) stets mit weichem Wasser gefüllt ist.

Man braucht nicht zu befürchten, dass dieses Wasser schlecht wird, fault und eventuell die Pflanze verdirbt. Die weiß sich vor solchem zu schützen, indem sie ein Enzym bildet, das das Wasser sauber hält, so sauber, dass man es sogar trinken kann.

Nidularien sind in den warmen Wäldern im Osten von Brasilien zu Hause, wo sie als Aufsitzer leben. So, auf einem Epiphytenstamm, wirken sie auch hier am schönsten. Gewöhnlich werden sie in vergleichsweise kleinen Töpfen angeboten, denn sie entwickeln keine umfangreichen Wurzelballen.

Der Standort sei hell, doch geschützt vor direkter Sonne, besonders im Sommer um die Mittagszeit. Nidularien mögen’s ganzjährig warm, im Winter nicht kühler als 18 °C. Wichtig ist durchgehend warmer Fuß, da sie sich sonst leicht verkühlen. Das sehr lockere Substrat im Topf sei gleichmäßig feucht mit Hilfe von weichem (!) Wasser.

Der Blatttrichter muss stets mit Wasser gefüllt sein. Im Winter gibt es alle 5-6 Wochen etwas Flüssigdünger, ab Triebbeginn im Frühjahr bis Spätsommer alle 1-2 Wochen.

Ilse Jaehner

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