Sie sind keine Schlangen, und schon gar nicht giftig. Sie sehen zwar nicht gut, sind aber nicht blind. Der Name stammt von blenden, blinken, blinzeln, wegen ihrer glänzenden Haut. Sie werden bis 40 cm lang. Bei uns gibt es davon nur die Art Anguis fragilis L. Ihr Verbreitungsgebiet ist umfasst fast ganz Europa und einige Randgebiete.

Sie leben hauptsächlich an Waldrändern, in Böschungen, Hecken und naturbelassenen Gärten. Sie überwintern zu vielen zusammen in Erdlöchern, Holzstapeln, Komposthaufen usw, wo sie in der Kältestarre bis zur warmen Jahreszeit bleiben.

Sie ernähren sich von Nacktschnecken, Würmern, Raupen, Spinnen, Asseln und Insekten. Nützlich sind sie im Garten besonders durch den Verzehr von Nacktschnecken. Ihrerseits sind sie Beutetiere von Vögeln, Igeln, Katzen und sonstigen Räubern.

Da sie es gerne warm haben, sonnen sie sich bisweilen auch auf Straßen, wo sie dann schon mal von Fahrzeugen überrannt werden. Leider gibt es immer noch Menschen, die sie umbringen, aus Unkenntnis und Angst, es könnten gefährliche Giftschlangen sein.

Man kann sie ruhig in die Hand nehmen. Sie bewegen sich eher langsam. Wenn man sie zu weit hinten fasst, werfen sie einen Teil des Schwanzes ab. Daher der Artname „fragilis“.


Der Schwanz macht die Hälfte der Körperlänge aus. Der abgeworfene Teil windet sich noch eine Weile hin und her. Auf diese Weise wird ein möglicher Räuber vom eigentlichen Tier, das dann flüchten kann, abgelenkt. Der Schwanz wächst jedoch nicht mehr nach, also anders als bei den Eidechsen, obwohl Blindschleichen doch beinlose Eidechsen sind. Ihre Embryonen im Ei z.B. haben noch Beinansätze.

Die Jungen, welche sich schon im Ei voll enwickeln, schlüpfen gleich nach der Eiablage (ovoviviparité). Es sind deren bis 20. Sie sind mit 7 bis 10 cm Länge sofort selbständig. Blindschleichen können, wie alle Eidechsen, ihre Augenlider schliessen. Das können Schlangen nicht. Auch bildet ihr Kopf zum Körper hin keinen Absatz

Eine Verwechselung mit Schlangen müsste also ausgeschlossen sein. Nun gibt es aber Leute, die sich vor fast jedem Tier ekeln oder fürchten ob Raupen, Regenwürmern, Spinnen oder größeren Tieren. Ihren Garten – falls sie denn einen haben – hätten sie am liebsten ohne naturbelassene Ecke, mit totgepflegtem Rasen ohne „Unkraut“ und ohne irgend ein Versteck für allerlei Getier. Um eine solche Haltung zu vermeiden gibt es in der Schule den Biologie- Unterricht. Er ist sehr wichtig, und sollte nicht als Nebenfach abgetan werden. Dann werden die Kinder auch als Erwachsene die Natur zu schätzen wissen.

Jos. Huberty

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