Es ist wieder Birnenzeit! In Privatgärten sieht man häufig, dass die Blätter der Birnbäume mit orangefarbenen Flecken belegt sind und früh abfallen. Auch die Ernte ist oft nicht so ergiebig, wie sie sein könnte. Kennen Sie dieses Problem? Hat Ihr Birnbaum vielleicht auch Flecken und die Ernte war einst üppiger? Diese orangefarbenen Flecken kommen von einem Pilz namens Birnengitterrost.

Was ist Birnengitterrost?

Birnengitterrost (lat. Gymnosporangium sabinae) ist ein wirtswechselnder Pilz. Den Sommer verbringt der Pilz in den Blättern, manchmal auch in den Trieben, der Birnbäume. Im September/ Oktober wechselt er zu seinem Winterwirt, einigen Wachholderarten und überwintert dort. Den Erreger kann man im Winter an der Birne nicht mehr nachweisen. Jedes Frühjahr wird die Birne im April/ Mai neu infiziert. Befall schadet den Früchten nicht, die Birnen können ohne weiteres verzehrt werden, jedoch führt starker Befall zu Wuchsdepressionen und Ernteeinbußen.

Wie erkennt man den Birnengitterrost an der Birne?

Sie erkennen den Birnengitterrost zunächst durch gelbe bis orangefarbene, rostähnliche Flecken auf der Blattoberseite. Bei fortgeschrittenem Stadium sehen Sie später warzenähnliche, grauschwarze Gebilde auf der Unterseite.








Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst – Us Uebscht“ Gärtner

Oft wird das Schadbild des Birnengitterrostes mit dem der Birnen Pocken Milbe verwechselt, die blasige und rötliche Austreibungen verursacht. Sind Sie sich unsicher bei der Diagnose, sollten sie die Ursache durch jemand Fachkundigen klären lassen, da bei Birnengitterrost und der Birnen Pocken Milbe vollkommen unterschiedliche Lösungsansätze ergriffen werden müssen.

Wie erkenne ich, dass der Wachholder infiziert ist?

An der Rinde wachsen im April/ Mai orangebraune, gallertartige Wucherungen, Der Wachholder bleibt dauerhaft infiziert, daher sterben die betroffenen Triebe des Wacholders mit der Zeit ab.

Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst – Us Uebscht“ – Gärtner

Die befallen Stellen finden Sie meist im unteren und inneren Drittel der Wachholderpflanzen – genau da, wo sie nur auf dem zweiten Blick zu sehen sind.

Was kann man gegen diesen Pilz tun?

Die beste Bekämpfungsmöglichkeit ist, den Infektionskreislauf zwischen Wacholder und Birne zu unterbrechen, indem einer der Wirte dauerhaft entfernt wird. In der Praxis ist das allerdings nur sehr begrenzt möglich, da die infizierenden Sporen über den Wind mehrere Kilometer weit transportiert werden können.

Ein chemischer Pflanzenschutz des Wachholders ist nicht möglich. Infizierte Pflanzen sollten entfernt und verbrannt werden. Wenn nur die infizierten Triebe entfernt werden, kommt es häufig zu raschen Neuinfektionen. Bei Neupflanzungen sollten Sie darauf achten, wenig anfällige oder tolerante Birnensorten zu verwenden. Sollten Sie jedes Jahr stark infizierte Birnenbäume haben, können sie vor der Blüte drei Behandlungen im Abstand von 10-12 Tagen mit einem gegen Schorf zugelassenen Pflanzenschutzmittel durchführen.

Der Tipp von Ihrem „Eist Uebst – Us Uebscht“ – Gärtner

Schwacher Befall beeinflusst das Wachstum des Baumes nur sehr gering. Bei ein bis fünf Rostflecken je Blatt müssen keine Maßnahmen ergriffen werden. Die Qualität und der Geschmack des Obstes wird nicht beeinträchtigt werden. Es gilt wie immer, die Schadschwelle zu beachten! Viel Erfolg bei der Spurensuche nach dem Birnengitterrost und guten Appetit beim Verzehr saftig, süßer Birnenwünschen Ihnen ihre „Eist Uebst – Us Uebscht“ – Gärtner.

Andreas Löbke

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