Es ist Anfang Mai, die Natur erwacht, dieses Jahr vielleicht etwas später meinten die Gärtner vom Rümelinger „Hutbierg“. Die Rümelinger Lokalsektion der Liga CTF hat gleich mehrere Kleingartensiedlungen aufgebaut. Einige davon besuchten wir zusammen mit Nico Fantini, dem Generalsekretär der Liga. Nico war auch Präsident der dynamischen Sektion der Grubenarbeiter im äußersten Süden des Landes. Hier ist die Erde rot, wir sind im „Land der roten Erde“.

Der betonierte Zufahrtsweg auf dem „Hutbierg“ ist schnurgerade, rechts und links sind die Gärten angelegt. Die 34 Parzellen sind mehr oder weniger gut unterhalten. Diese 34 kleine eigene Welten, gestaltet nach den diversen Wünschen und Geschmäcken der Gartenpächter, dienen dem vorrangigen Ziel frisches und gesundes Gemüse zu züchten.

„Hier ist eine richtige Oase zur Erholung vom Alltag“ meinte Nico und trifft René in seinem Garten. Der Boden ist soweit zum Anpflanzen und Aussäen vorbereitet und Lauch, sowie einige Salatpflanzen stehen bereits im Gemüsebeet. Selbstverständlich ist auch ein Plausch auf der Terrasse des Gartenhäuschens angesagt.

Etwas weiter ist das Brummen eines Motors zu hören. Hub, ein Landwirt den es vor Jahren aus den Niederlanden nach Rümelingen verschlagen hat, ist im Begriff mit einer uralten Gartenfräse den Boden aufzulockern. Hub hat eine größere Parzelle und düngt mit Pferdemist, weil er diese günstig erhalte.

Auf „Rembour“ befindet sich eine weitere Gartenanlage der Sektion. Ich würde sagen sie sei etwas nostalgischer und romantischer, die Wege sind nicht asphaltiert und das Gelände hügeliger. Einer der Kleingärtner hat eben einen Feigenbaum in einen Kübel gepflanzt und meinte, die Wühlmäuse hätten ihm bereits drei solcher Bäume beschädigt. „Hier im Kübel kann wohl nichts mehr passieren“ meint er.

Im Garten gegenüber treffen wir Carlo. Nach getaner Arbeit will er gerade weggehen, doch warum er einen Schrebergarten habe wollte ich wissen: „Ech wëll wëssen wat ech iessen“ sagte der Eisenbahner in einem bestimmten Ton.

Nico bemerkt dass die Sektion noch einige kleinere Gartenanlagen habe, und die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung recht gut sei. Der ehemalige Bürgermeister saß regelmäßig auf einer Ruhebank am Rande der Gartensiedlung und bereitete dort seine Reden vor.

Die 250 Mitglieder starke Sektion träumt von einem Gemeinschaftsgarten und vielleicht einem Lehrgarten nach dem Muster des Lehrgartens in der Nachbargemeinde Kayl-Tetingen.

Text und Fotos: Jean-Marie Backes

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